Oracle 11g

Für den Admin wird es leichter

Das neue Release 11g der Oracle-Datenbank kommt nicht mit aufsehenerregenden Techniksprüngen. Doch die zahlreichen Neuerungen "im Kleinen" versprechen dem Administrator eine deutliche Erleichterung seiner Arbeit.

Während Themen wie Web 2.0, Software as a Service und Open Source die Schlagzeilen beherrschen, rückt geschäftskritische Infrastruktursoftware, insbesondere Datenbanken, immer mehr als Commodity-Technik in den Hintergrund. Völlig zu Unrecht meinen die Marktforscher von IDC, deren Prognosen in diesem Jahr von neun Prozent Mehrausgaben in diesem Bereich ausgehen, ein größeres Budget-Plus, als es in jeder anderen Softwarekategorie geplant ist.

In dieses "verschlafene" IT-Segment platzte Oracle vergangene Woche in New York mit der Vorstellung der 11g-Version seiner Datenbank. Dabei hat der Hersteller gezeigt, dass er etwas von effektvollen Produktankündigungen versteht: Während IBMs "Viper" für Linux, Unix und Windows (DB2 LUW) Mitte vergangenen Jahres eher auf leisen Sohlen daherkam, und Microsoft mit seinen Community Technology Previews (CTPs) die technischen Highlights unter anderem des SQL Server 2008 lange vor einer Freigabe veröffentlicht, schwieg sich Oracle zu den neuen 11g-Features bis zum New Yorker Event beharrlich aus. Kleine Appetithäppchen gab es, so zum Beispiel von Oracles Technikchef Mark Townsend, der viele der neuen Funktionen unter dem Sammelbegriff "Change Assurance" zusammenfasste. Damit gemeint sind Features, die es dem Administrator erleichtern, die Datenbank auf neue Hardware zu migrieren oder die Konfiguration zu ändern.

Zum Marktführer gekrönt

Weltweite Marktanteile 2006 bei Datenbanken.
Weltweite Marktanteile 2006 bei Datenbanken.
Foto: Gartner

Auch zeitlich war die 11g-Präsentation geschickt gewählt: Erst kurz zuvor hatte Gartner seine Zahlen für den weltweiten Datenbankmarkt 2006 veröffentlicht und die dort erzielte Umsatzsteigerung mit 14,2 Prozent auf insgesamt 15,2 Milliarden Dollar beziffert. Oracle wird knapp die Hälfte des Marktanteils (47,1 Prozent) zugeschrieben – mehr als das Doppelte im Vergleich zur zweitplatzierten IBM (21,1 Prozent).

Gestärkt mit solchen Zahlen übernahm Oracle-President Charles Phillips die Präsentation des 11g-Release, das nach rund vier Jahren Version 10g ablösen soll. Besser, schneller und billiger sei die Datenbank, 1800 Entwickler hätten an über 400 neuen Features gearbeitet, die sowohl die Standardaufgaben der Administration erleichtern als auch neue Anwendungsbereiche erschließen. Genau das wird laut Phillips dazu beitragen, dass viele der weltweit 275 000 Datenbankkunden von Oracle das neue Release relativ schnell annehmen werden. Kritiker hatten im Vorfeld des 11g-Events geäußert, dass der Bedarf an einer neuen Datenbankversion gering sei und die Migrationswelle deshalb eher flach und schleichend ausfallen dürfte.