Studie - BI-Einsatz in Unternehmen

Für BI gibt es keine Strategie

Werner Kurzlechner
Werner Kurzlechner lebt als freier Journalist in Berlin und stellt regelmäßig Rechtsurteile vor, die Einfluss auf die tägliche Arbeit von Finanzentscheidern nehmen. Als Wirtschaftshistoriker ist er auch für Fachmagazine und Tageszeitungen jenseits der IT-Welt tätig.
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Zwar steckt noch viel Potenzial in Business Intelligence und Corporate Performance Management, doch geben sich Anwender mit dem Erreichten weitgehend zufrieden, wie eine Studie von Steria Mummert zeigt.
Neun Prozent der Unternehmen ließen sich ihre BI- und CPM-Vorhaben sogar 10 Millionen Euro und mehr kosten.
Neun Prozent der Unternehmen ließen sich ihre BI- und CPM-Vorhaben sogar 10 Millionen Euro und mehr kosten.
Foto: fotolia.com/M&S Fotodesign

Vielen Unternehmen nutzen Business Intelligence (BI) und Corporate Performance Management (CPM) bereits und sind durchaus bereit, auch größere Summen in den Aufbau dieser Anwendungen zu investieren.

So ergab die Studie "Potenzialanalyse Informationsmanagement" von Steria Mummert Consulting und dem Institut für Management- und Wirtschaftsforschung (IMWF), dass mehr als die Hälfte der hierzu befragten 364 Fach- und Führungskräfte aus großen und mittelständischen Unternehmen jährlich über eine Million Euro in BI-Lösungen steckt. Neun Prozent der Unternehmen ließen sich ihre BI- und CPM-Vorhaben sogar 10 Millionen Euro und mehr kosten.

Business Intelligence ohne Strategie

Nutzer von BI und CPM sind vor allem die IT und die Finanzabteilung mit 36 beziehungsweise knapp 34 Prozent. Gleichwohl sind die Anwendungen laut der Autoren aktuell nur in einem Fünftel der Unternehmen mit einer breit implementierten BI-Strategie verknüpft, welche die Unternehmensziele optimal abbildet. In den übrigen Fällen, sind BI-Strategien in der Umsetzung (20 Prozent) oder zumindest in Planung (25 Prozent). Ihnen gegenüber stehen Anwender, die BI nicht als eigenes strategisches Thema angehen, sondern Business Intelligence im Rahmen ihrer IT-Strategie einbeziehen (erfahren Sie auch die häufigsten Gründe, warum BI-Projekte scheitern).

Probleme mit der Systemverfügbarkeit

Große Unterschiede zeigen sich auch bei der Versorgung der Anwender mit Berichts- und Analysedaten. So kann tatsächlich nur ein Drittel aller Nutzer rund um die Uhr Abfragen und Auswertungen vornehmen. In einem Viertel der Unternehmen ist dies hingegen in der Regel nur zu Kernarbeitszeiten der Fall. Ebenso sind Service Level Agreements zur Sicherung beispielsweise der Systemverfügbarkeit nur in knapp zwölf Prozent als Instrument vorhanden. In 37 Prozent der befragten Unternehmen gibt es sogar gar keine expliziten Regelungen. Die Devise dort: Was verfügbar ist, kann genutzt werden.

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