Schlechte Quartalszahlen

Führungswechsel bei Lenovo

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Der chinesische Computerbauer Lenovo macht Yang Yuanqing zum Chef. Der US-Manager William Amelio tritt nach Ende seines Dreijahresvertrags als CEO ab.

Die Personalie gab Lenovo gleichzeitig mit enttäuschenden Quartalszahlen bekannt. Der frühere Dell-Manager Amelio war im Jahr 2005 zum Unternehmen gestoßen, nachdem dieses einige Monate zuvor das PC-Geschäft der IBM gekauft hatte. Lenovo betonte, Amelio habe hervorragende Arbeit geleistet.

Der neue Lenovo-Chef Yang beim WEF 2008
Der neue Lenovo-Chef Yang beim WEF 2008

Yang, zuletzt Vorsitzender des Verwaltungsrats (Nox-executive Chairman of the Board) und schon zwischen 2001 und 2004 Lenovo-CEO, wird weiterhin von Lenovos US-Niederlassung in North Carolina aus arbeiten, wo er schon seit mehreren Jahren lebt. Als Chairman ersetzt ihn Liu Chuanzhi, der die Vorgängerfirma von Lenovo vor 25 Jahren mitgründete, bereits bis 2005 Chairman war und seither weiter im Board saß.

Für den Augenblick will sich Lenovo wieder verstärkt auf den heimischen Markt sowie Wachstumsmärkte wie Indien und Russland fokussieren. Die typische IBM-PC-Kundschaft, nämlich große Unternehmen, seien durch die weltweite Wirtschaftskrise besonders stark in Mitleidenschaft gezogen, erklärte Liu. Lenovo stehe aber weiter fest zu seiner grundsätzlichen Ausrichtung als internationaler Anbieter.

Für das Ende Dezember abgeschlossene Quartal wies Lenovo einen Nettoverlust von 97 Millionen Dollar oder 1,09 Cent (8,5 Hong Kong Cent) pro Aktie aus nach einem Gewinn von 172 Millionen Dollar oder 1,76 Cent je Anteilschein in der vergleichbaren Vorjahreszeit. Lenovo lieferte weltweit fünf Prozent und in China sieben Prozent weniger Rechner aus als im Vorjahresquartal. Der Quartalsumsatz sank im Jahresvergleich von 4,49 Milliarden Dollar um 20 Prozent auf 3,59 Milliarden Dollar.

Lenovo hatte im vergangenen Monat bereits eine Gewinnwarnung ausgegeben und angekündigt, es wolle elf Prozent seiner Stellen streichen (2500 Mitarbeiter) und die Manager-Gehälter kürzen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen.