Der Führungstipp

Führungskraft trotz Zweifel einstellen?

Karriere in der IT ist ihr Leib- und Magenthema - und das seit 18 Jahren. Langweilig? Nein, sie endeckt immer wieder neue Facetten in der IT-Arbeitswelt und in ihrem eigenen Job. Sie recherchiert, schreibt, redigiert, moderiert, plant und organisert.
"Für meine Web-Agentur suche ich einen neuen stellvertretenden Geschäftsführer. Ein Bewerber hinterließ im Vorstellungsgespräch einen guten Eindruck. Dennoch zweifle ich, ob er mich als Geschäftsinhaber vertreten kann. Soll ich ihn trotzdem einstellen?"
Hubert Hölzl: Wer bei einem Bewerber Zweifel hat, sollte ihn zum Probearbeiten einladen.
Hubert Hölzl: Wer bei einem Bewerber Zweifel hat, sollte ihn zum Probearbeiten einladen.
Foto: Managementberatung Hölzl & Partner

Hubert Hölzl, Inhaber der Management-Beratung Hölzl & Partner, Lindau, meint dazu: "Wenn Sie nach dem Vorstellungsgespräch noch Zweifel haben, sprechen Sie diese an. Sagen Sie dem Bewerber, dass Sie keinen gewöhnlichen Mitarbeiter suchen, sondern einen, der Sie vertreten kann. Sagen Sie ihm, was Sie von Ihrem Vertreter erwarten, und dass Sie sich aufgrund Ihres Ersteindrucks vorstellen können, dass er diese Funktion ausfüllt. Das schmeichelt ihm. Um ganz sicher zu sein, wünschen Sie jedoch, dass er bei Ihnen eine Woche auf Probe arbeitet. Selbstverständlich gegen Bezahlung! Nur so können Sie sehen, wie er sich im Kontakt mit Kunden sowie den Mitarbeitern verhält und wie er Aufgaben anpackt.

Sagt der Kandidat zum Probearbeiten Nein, verzichten Sie auf eine Einstellung. Sagt er Ja, dokumentiert er damit zumindest, dass ihm etwas an der Stelle liegt. Sollten Sie nach dem Probearbeiten noch zweifeln, sagen Sie dem Bewerber ab. Bei Ihrer Entscheidung sollten Sie aber bedenken: So routiniert wie Ihr ehemaliger Mitarbeiter, der Ihr Geschäft in- und auswendig kannte, kann der Neue zu Beginn nicht sein. Gerade weil er Ihr Stellvertreter werden soll, muss er von Ihnen eingearbeitet werden. Fragen Sie sich auch, ob Sie mit dem Neuen gern zusammenarbeiten würden. Denn wenn sie gemeinsam etwas bewirken möchten, muss auch die Chemie zwischen ihnen stimmen."

Hubert Hölzl: "Wer sich bei einem Bewerber für eine Führungsposition nicht sicher ist, sollte ihn zum Probearbeiten einladen. Natürlich nur gegen Bezahlung."