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Google-Studie

Führungskräfte bei Nutzung sozialer Medien vorn

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Eine aktuelle europäische Studie von Millward Brown für Google revidiert die landläufige Meinung, die jüngere Generation treibe die Nutzung sozialer Medien in Unternehmen voran.
Deutschland ist in puncto Social Enterprises in Europa ein Nachzügler.
Deutschland ist in puncto Social Enterprises in Europa ein Nachzügler.
Foto: Google / Millward Brown

Es seien vielmehr die Führungskräfte, die soziale Medien - dazu zählen Facebook, Twitter, Google+, LinkedIn sowie interne soziale Tools wie Yammer und Chatter - häufiger nutzen, erklärte Google heute anlässlich der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin.

Fast drei Viertel (71 Prozent; in Deutschland: 78 Prozent) der Manager nutzt soziale Medien mindestens einmal pro Woche. Zum Vergleich: Dies tut nur knapp die Hälfte (49 Prozent, D: 49 Prozent) der ihnen untergeordneten Mitarbeiter. Für die Studie hatten die Marktforscher von Millward Brown im Auftrag von Google 2700 Berufstätige in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Schweden befragt.

Drei Viertel (75 Prozent, D: 74 Prozent) der befragten Führungskräfte sind der Ansicht, dass soziale Medien die Unternehmensstrategie verändern - und geben an, dass sie wichtige Aspekte in ihrem Betrieb dank sozialer Tools verbessern konnten. So wurden

  • Ideen und Gedanken von räumlich verteilten Teams einfacher zusammengeführt (79 Prozent, D: 84 Prozent);

  • die Produktivität gesteigert (76 Prozent, D: 67 Prozent), und

  • neue Ideen und Innovationen generiert (71 Prozent, D: 77 Prozent).

Ferner sind die befragten Führungskräfte überzeugt, dass die Produktivität in ihrer Firma dank sozialer Medien im Schnitt um 22 Prozent (D: 20 Prozent) gestiegen ist. Beispielsweise lassen sich die Zeiten, die für allgemeine Aufgaben wie Email, Meetings und Telefonkonferenzen sowie für die Suche nach Informationen anfallen, um mehr als ein Viertel reduzieren.

Europaweit 69 Prozent der Befragten glauben überdies, dass Firmen schneller wachsen, die soziale Medien aktiv fördern. Sogenannte schnell wachsende Unternehmen (inländisches Wachstum von mehr als zehn Prozent YOY) setzen der Studie zufolge soziale Netzwerke einsetzen, um ihren Erfolg zu steigern: 80 Prozent (D: 82 Prozent) verbessern damit Zusammenarbeit und Wissensaustausch, 66 Prozent (D: 68 Prozent) ihre Produktivität und 59 Prozent (D: 41 Prozent) die Geschäftsergebnisse.

"Unternehmen erkennen zunehmend, dass soziale Netzwerke keine Gefahr für ihren Geschäftserfolg darstellen", kommentiert Michael Korbacher, Head of Google Enterprise DACH. "Im Gegenteil: Dank der Möglichkeit, gewünschte Informationen leichter zu finden und mit Kollegen und Geschäftspartnern unkompliziert in Kontakt zu treten, können Entscheidungen schneller getroffen werden."

Ein Drittel der für die Studie insgesamt Befragten (32 Prozent, D: 32 Prozent) nutzt soziale Netzwerke täglich für berufliche Zwecke und sieht sich dadurch um 20 Prozent (D: 14 Prozent) produktiver und effizienter. Die wichtigsten Gründe für die Nutzung sozialer Instrumente sind demnach:

  • Personen, Informationen oder Expertise schneller finden (EU: 41 Prozent, D: 42 Prozent);

  • Zusammenarbeit und Wissensaustausch verbessern (EU: 37 Prozent, D: 36 Prozent);

  • Persönliche Netzwerke aus- und berufliche Partnerschaften aufbauen, das eigene Profil schärfen und Communities schaffen (EU: 34 Prozent, D: 30 Prozent), sowie

  • Menge und den Umfang von Emails reduzieren (EU: 31 Prozent, D: 27 Prozent).

Die Studie erhob Millward Brown von Ende Februar bis Mitte März 2012 als Online-Umfrage. Die 2700 befragten Berufstätigen verteilen sich auf die einzelnen Länder wie folgt: Frankreich (502), Deutschland (520), Italien (305), Niederlande (303), Spanien (300), Schweden (250), Großbritannien (520). Alle Befragten arbeiten in Vollzeit im Büro in Firmen mit mindestens 50 Mitarbeitern (25 bei Filialen) und können am Arbeitsplatz auf soziale Medien für berufliche Zwecke zugreifen.