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FTC wirft Rambus wettbewerbswidriges Verhalten vor

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die amerikanische Federal Trade Commission (FTC) hat Rambus eine offizielle Rüge erteilt. Dem Speicherhersteller wird zur Last gelegt, im Zeitraum von 1992 bis 1995 als Mitglied des Standardisierungsgremiums JEDEC und Mitwirkender im SDRAM-Standardisierungsprozess heimlich Patente auf im Standard verwendete Technologien angemeldet zu haben. Das Verschweigen derartiger Sachverhalte sei ein Verstoß gegen die JEDEC-Regelungen und wettbewerbswidrig, so das US-Konsortium. Rambus habe daraufhin bei Herstellern wie Hitachi, Toshiba, Samsung und NEC, die den JEDEC-Standard SDRAM (Synchronous Dynamic RAM) in ihren Produkten einsetzen, Lizenzgebühren in Höhe von 50 bis 100 Millionen Dollar pro Jahr eintreiben können. Zu den Rambus-Geschädigten zählen nach Ansicht der FTC nicht zuletzt auch die Verbraucher, die aufgrund dieser zu zahlenden

Lizenzgebühren unter steigenden Preisen gelitten hätten.

"Diese Rüge soll als Signal nicht nur an Rambus, sondern auch an andere Unternehmen dienen", erklärt Joseph Simons von FTC. Die Botschaft der Kommission: Wer sich an einem Standardisierungsprozess beteiligt, muss sich an die Grundregeln halten.

Rambus teilte in einer Stellungnahme mit, man habe sich zu Zeiten der JEDEC-Mitgliedschaft absolut korrekt verhalten. Das Unternehmen habe seine Speichertechnologie bereits 1990 zum Patent angemeldet und sei dem Gremium erst danach beigetreten. (kf)