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FTC verklagt mutmaßlichen Verbreiter von Spyware

11.10.2004

Die US-Handelskommission Federal Trade Commission (FTC) hat eine Klage gegen einen mutmaßlichen Verbreiter von so genannter Spyware eingereicht. Laut Anklageschrift haben Sanford Wallace und die von ihm geführten Firmen Seismic Entertainment Productions und Smartbot.net via Internet heimlich Programme auf die Rechner von Anwendern geschleust und den Geschädigten anschließend Anti-Spyware-Software zum Kauf angeboten. Die Beschuldigten sollen dabei über ein Leck in Microsofts Internet Explorer die PCs neu konfiguriert und Schadprogramme installiert haben. Als Resultat, so der Vorwurf, öffnete sich bei der Eingabe einer beliebigen Internet-Adresse im Browser eine der Websites der zwei Firmen. Außerdem wurden zahlreiche Werbe- und Softwareprogramme automatisch aus dem Web geladen. Resultat sei eine ununterbrochene Serie von Popup-Reklame gewesen.

Das FTC berief sich in seiner Anklage auf den so genannte Spy Act, den der US-Kongress erst Ende vergangene Woche angenommen hatte. Unternehmen und Privatpersonen sollen mit dem Gesetzt vor Programmen geschützt werden, die User-Daten ohne die Zustimmung und das Wissen der PC-Benutzer ausspähen. Dieses unerlaubte Einschleusen von Spyware ohne ausdrückliche Zustimmung des Users wird nun mit zivilrechtlichen Strafen von bis zu drei Millionen Dollar bestraft. (mb)