Experton Group

FSC-Management ohne Visionen mit vielen Fehlern

Andreas Zilch ist als Vorstandsmitglied der Experton Group verantwortlich für den Bereich Consulting und Advisory Services. Sein Schwerpunkt liegt auf Anwender- und Anbieterberatung zu den Themen IT-Architektur und -Infrastruktur, Green IT, Cloud Computing, Client of the Future und allgemein in IT-Beschaffungs- und -Verhandlungsstrategien.
Fujitsu-Siemens Computers (FSC) steht vor einer ungewissen Zukunft, nachdem die Siemens-Mutter signalisierte, sich möglicherweise von ihrem 50-Prozent-Anteil des Joint Ventures mit Fujitsu trennen zu wollen. Andreas Zilch von Experton hat in einer Analyse das Unternehmen durchleuchtet. Computerwoche.de veröffentlicht die Einschätzung hier.

Am 1. Oktober 1999 wurde die Fujitsu-Siemens Computers (Holding) BV mit Sitz in Maarssen, Niederlande, von der Siemens AG und der Fujitsu Ltd. gegründet. Jeder der Teilhaber hält genau 50 Prozent der Anteile. Der gemeinsame Vertrag wurde zunächst für eine Laufzeit von zehn Jahren abgeschlossen. In den nächsten Monaten kann also eine Entscheidung getroffen werden, ob die Zusammenarbeit in der bisherigen Form weiter geführt oder der Vertrag gekündigt wird oder ob andere Alternativen gesucht werden. Aktuell gibt es eine Vielzahl von Spekulationen, die aber nicht zielführend sind.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Das Geschäftsjahr von FSC läuft vom 1. April bis zum 31. März. Daher wird im Folgenden zumeist auf das abgelaufene Jahr 2007/2008 Bezug genommen: Die Prognose richtet sich auf das laufende Geschäftsjahr 2008/2009. Diese Kennzahlen haben sich in den vergangenen fünf Jahren wie folgt entwickelt (siehe Tabelle):

Foto: Experton

FSC beschäftigt momentan 10.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen erwirtschaftete einen Umsatz von 6,6 Milliarden Euro und wies einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 105 Millionen Euro aus.

Der Sprung der Mitarbeiterzahl von 2005 auf 2006 ist durch die Übernahme des IT-Infrastruktur-Service-Bereiches von SBS zu erklären. Der Umsatz des ITPS-Geschäftes betrug zu diesem Zeitpunkt über eine Milliarde Euro. Interessant ist, dass durch die Erhöhung der Mitarbeiterzahl um 3900 (57 Prozent) der Nettoumsatz jedoch nur um 309 Millionen Euro (fünf Prozent) gesteigert wurde.