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Friendzone: Vodafone räubert Teenie-Börsen

07.04.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Immer bedenklicher werden die Konzepte, mit denen sich die Mobilfunkanbieter neue Umsatzströme erschließen wollen. Vodafone etwa kündigt heute seine neue "Friendzone" an. Hier können die erklärte Zielgruppen Schüler und Azubis - natürlich nur nach der Schule, wie jede Lehrerin umgehend bestätigen wird - eine "mobile Community" nutzen, die von kostenpflichtigen Kurzmitteilungen (SMS = Short Message Service) angetrieben wird.

Nutzer können sich eine Freundesliste anlegen und dann einen ortsabhängigen Dienst (neudeutsch Location Based Service) verwenden, der ihnen verrät, wie weit ihre Freunde gerade räumlich von ihnen entfernt sind. Jede solche Abfrage kostet eine SMS gleich 19 Cent. Dazu kommen noch Flirtbereiche mit virtuellen Kontaktanzeigen.

Vodafone vertritt hier die Ansicht, seine "klare Preisstruktur" verhindere "böse Überraschungen am Monatsende" - eine Logik, die sicher manch leidgeprüfte Eltern [und auch wir, Anm. d. Red.] nur schwer nachvollziehen können. Ganz beiläufig teilt der Netzbetreiber übrigens auch noch mit, dass ab 1. Dezember dieses Jahres "ein Teil der Friendzone für maximal 0,59 Euro pro versendeter SMS angeboten werden" soll. (tc)