Innenminister

Friedrich eröffnet Nationales Cyber-Abwehrzentrum in Bonn

16.06.2011
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich hat am Donnerstag das Nationale Cyber-Abwehrzentrum in Bonn offiziell eröffnet.
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)
Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU)
Foto: Henning Schacht

Das Zentrum ist eine gemeinsame Plattform zum schnellen Informationsaustausch und zur besseren Koordinierung von Schutz- und Abwehrmaßnahmen gegen Angriffe aus dem IT-Bereich. "Im Kern der Cyber-Sicherheit steht der Schutz kritischer Infrastrukturen", sagte Friedrich. Gemeint sind damit Organisationen und Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das Gemeinwesen wie etwa die Strom- und Wasserversorgung.

Ein Ausfall solcher Systeme oder deren Beeinträchtigung zöge erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen nach sich. Hackerangriffe auf den französischen Atomkonzern EDF (Electricité de France) hätten gezeigt, dass auch die IT-Systeme kritischer Infrastrukturen im Fokus von Cyber-Angriffen stünden, sagte Friedrich. "Wir müssen feststellen, dass die Gefahr von Angriffen auf diese Systeme zunimmt."

Das Cyber-Abwehrzentrum, das seine Tätigkeit bereits im April aufgenommen hat, steht unter Federführung des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das anlässlich der Eröffnung seinen Bericht "Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2011" (PDF-Link) vorstellte. Das Amt stellt sechs Mitarbeiter. Je zwei Mitglieder kommen vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe und vom Bundesamt für Verfassungsschutz. Seit diesem Donnerstag wirken auch das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei, das Zollkriminalamt, der Bundesnachrichtendienst sowie die Bundeswehr als assoziierte Behörden mit.

Aufgabe des Zentrums ist es, IT-Sicherheitsvorfälle schnell und umfassend zu bewerten und abgestimmte Handlungsempfehlungen zu erarbeiten. Informationen über Schwachstellen in IT-Produkten werden ausgetauscht und IT-Vorfälle und Verwundbarkeiten analysiert. Die beteiligten Behörden arbeiten unter Beibehaltung ihrer bisherigen gesetzlichen Befugnisse.

Ausdrücklich bezog Friedrich auch die Wirtschaftsunternehmen mit ein. Auch deren Interesse, sich vor Kriminalität und Wirtschaftsspionage im Cyberraum zu schützen, solle bei der Arbeit des Zentrums berücksichtigt werden. "Wir wollen eine offene und transparente Zusammenarbeit mit der Wirtschaft." Auch dort werde man sich immer mehr bewusst, welche Gefahren für die Unternehmen lauerten. "Das Motto 'Prävention ist der beste Schutz' gilt auch in diesem Bereich." (dpa/tc)