Bitkom-Umfrage zu sozialen Medien

Freundschaftsanfrage vom Chef? Nein, Danke!

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Für viele Arbeitnehmer stellt sich die Frage: Soll ich die Freundschaftseinladung meines Chefs bei Facebook oder Google+ annehmen? Mehr als die Hälfte antwortet darauf mit nein, so das Ergebnis einer Umfrage des Bitkoms.
"Die Privatssphäre der Mitarbeiter muss der Chef auch im Web akzeptieren", betont Tobias Arns, Social Media Experte des Bitkoms.
"Die Privatssphäre der Mitarbeiter muss der Chef auch im Web akzeptieren", betont Tobias Arns, Social Media Experte des Bitkoms.
Foto: Bitkom

Soziale Medien sind nicht nur im Privatleben ein netter Zeitvertreib, sondern haben auch eine berufliche Dimension. Zumindest wenn der Chef eine Freundschaftsanfrage an den Arbeitnehmer sendet. In einer Umfrage im Auftrag des Bitkoms lehnen allerdings 56 Prozent der Arbeitnehmer eine solche Anfrage ab. Nur 19 Prozent der berufstätigen Mitglieder einer Online-Community nehmen diese mit Sicherheit an. Von den Umfrageteilnehmern haben lediglich zwei Prozent selbst eine Freundschaftseinladung an ihren Chef gesendet.

"Ob man den Chef in seine Freundesliste aufnimmt, lässt sich nicht generell mit ja oder nein beantworten", meint Tobias Arns, Social Media Experte des Bitkoms. "Bevor man Freundschaftsanfragen seines Chefs aber annimmt, sollte sich der Arbeitnehmer auf jeden Fall überlegen, welche Profildetails oder Einträge er sehen darf."

Insgesamt ist die Ablehnung bei Frauen mit 63 Prozent etwas höher als bei Männern, bei denen sich jeder Zweite ablehnend äußerte. Nach Altersgruppen gegliedert, stehen die 30- bis 49-Jährigen mit 50 Prozent einer Freundschaftsanfrage weniger skeptisch gegenüber als ältere Arbeitnehmer, die mit über 60 Prozent ihren Chef abblitzen lassen. Arns plädiert daher für die Wahrung der Privatsphäre im Internet. "Die meisten Mitarbeiter empfinden Freundschaftsanfragen ihrer Vorgesetzten nicht als besondere Auszeichnung, sondern als Nötigung. Das sollte jedem Vorgesetzten bewusst sein, bevor er eine Freundschaftsanfrage stellt."

Im Auftrag des Bitkoms befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1002 deutschsprachige Internetnutzer.