Daten austauschen

Freigaben: Windows & Linux im Netzwerk verbinden

03.02.2016
Von Thorsten Eggeling
Im Netzwerk vertragen sich Linux und Windows gut. Mit der richtigen Software und Konfiguration stellt der Datenaustausch über Netzwerkfreigaben in beide Richtungen kein Problem dar.

SMB/CIFS ist das Standardprotokoll für Netzwerkfreigaben unter Windows. Es lässt sich jedoch auch unter Linux, Android und Mac OS X verwenden. SMB steht für „Server Message Block“-Protokoll. Dieses Netzwerkprotokoll stammt ursprünglich von IBM und die Weiterentwicklung unter dem Namen CIFS (Common Internet File System) von Microsoft. Es kommt zum Einsatz, wenn Sie unter Windows im Netzwerk Speicherplatz beziehungsweise Dateien für andere Nutzer bereitstellen oder auf diese zugreifen möchten.

Im Netzwerk vertragen sich Linux und Windows gut. Mit der richtigen Konfiguration stellt der Datenaustausch kein Problem dar.
Im Netzwerk vertragen sich Linux und Windows gut. Mit der richtigen Konfiguration stellt der Datenaustausch kein Problem dar.
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Auf einem Linux-System stellt das Programmpaket Samba Funktionen für Netzwerkfreigaben bereit. Samba besteht aus einem Client und einem Server. Der Client ist bei den meisten Linux-Distributionen standardmäßig installiert und erlaubt den Zugriff auf die Netzwerkfreigaben anderer Rechner. Den Serverteil müssen Sie bei einigen Distributionen nachinstallieren. Dann lassen sich unter Linux Freigaben einrichten, auf die auch Windows-Nutzer über das Netzwerk zugreifen können.

Dieser Artikel bezieht sich hauptsächlich auf Linux Mint und Ubuntu. Bei anderen Linux-Distributionen funktioniert die Konfiguration ähnlich. Die Bezeichnungen der Software-Pakete weichen jedoch ab und in einigen Fällen sind zusätzliche Schritte erforderlich, um den Samba-Server zu aktivieren.

1. Freigaben eigener Ordner über den Dateimanager erstellen

Bei Linux Mint ist der Samba-Server bereits installiert. Sie können daher Ordner aus Ihrem eigenen Home-Verzeichnis sofort und ohne Umwege freigeben. Öffnen Sie den Dateimanager per Doppelklick auf das Symbol „Persönlicher Ordner“ auf dem Desktop. Klicken Sie den Ordner, den Sie freigeben möchten, mit der rechten Maustaste an und wählen Sie im Kontextmenü „Freigabeoptionen“. Nun öffnet sich ein Fenster, in dem Sie ein Häkchen vor „Diesen Ordner freigeben“ setzen. Es gibt außerdem die Optionen „Anderen erlauben, Dateien in diesem Ordner zu erstellen und zu löschen“ und „Gastzugriff“ (für Nutzer ohne Benutzerkonto). Sind hier Häkchen gesetzt, will der Dateimanager die Zugriffsrechte des Ordners und der enthaltenen Elemente ändern, damit andere Benutzer Dateien öffnen oder erstellen können. Bestätigen Sie das per Klick auf „Die Zugriffsrechte automatisch hinzufügen“. Der Gastzugriff erfordert keine Authentifizierung, erlaubt aber nur lesenden Zugriff. Ohne aktivierten Gastzugriff müssen Sie noch ein Passwort festlegen, wie unter Punkt 2 beschrieben. Ansonsten können Sie sich von einem Windows-PC aus nicht anmelden.

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Office 365 und die hybride Cloud - Foto: g-stockstudio - shutterstock.com

Bei Ubuntu ist der Samba-Server standardmäßig nicht installiert. Der Kontextmenüpunkt im Dateimanager heißt hier „Freigabe im lokalen Netzwerk“. Wenn Sie das erste Mal einen Ordner freigeben, erscheint die Meldung „Dateifreigabe ist nicht eingerichtet“. Klicken Sie auf „Freigabedienst einrichten“ und folgen Sie nun den Anweisungen auf dem Bildschirm. Wenn Sie aufgefordert werden, das Paket libpam-smbpass (siehe Punkt 2) zu installieren, nicken Sie dies per Klick auf „Installieren“ ab . Im Anschluss daran erscheint ein Dialog, in dem Sie auf „Sitzung neu starten“ klicken. Im nächsten Schritt melden Sie sich wieder mit Ihrem Benutzerkonto an.

Samba manuell installieren: Sie können den Samba-Server unter sämtlichen Linux-Systemen auch über die jeweilige Paketverwaltung einrichten. Suchen Sie hier nach „Samba“. Zumeist werden Ihnen mehrere Software-Pakete angeboten, die etwas mit Samba zu tun haben. Lesen Sie sich die Beschreibungen durch, um herauszufinden, was für den Samba-Server erforderlich ist. In der Regel genügt es – beispielsweise unter Open Suse –, das Paket „samba“ für die Installation auszuwählen. Weitere benötigte Pakete werden danach automatisch für die Installation markiert. Achten Sie darauf, dass auch das Paket „nautilus-share“ installiert wird. Ansonsten fehlt der Menüpunkt „Freigabeoptionen“ im Dateimanager.

Konfigurieren Sie Freigaben über das Yast-2-Modul „Samba- Server“. Freigaben eigener Ordner durch den Benutzer müssen Sie hier explizit erlauben.
Konfigurieren Sie Freigaben über das Yast-2-Modul „Samba- Server“. Freigaben eigener Ordner durch den Benutzer müssen Sie hier explizit erlauben.

Damit ist der Samba-Server allerdings nicht immer auch sofort aktiv. Bei Open Suse 13.2 beispielsweise müssen Sie zuerst in das zentrale Konfigurations-Tool Yast starten und daraufhin das Modul „Samba-Server“ aufrufen. Auf der Registerkarte „Start“ wählen Sie unter „Dienst starten“ die Option „Beim Systemstart“. Setzen Sie nun ein Häkchen vor „Firewall-Port öffnen“, sonst ist kein Zugriff über das Netzwerk möglich. Auf der Registerkarte „Freigaben“ setzen Sie ein Häkchen vor „Benutzern die Freigaben ihrer Verzeichnisse erlauben“.