Cloud Computing, SAP und Mobile gefragt

Freiberufliche Berater haben gut lachen

Hans Königes
Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
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Die Beraterhonorare sind im vierten Quartal um neun Prozent gestiegen, meldet der Geco-Index, der Stundensätze, Projektanfragen und -laufzeiten analysiert.

Mit einem Wert von 124 ist der Geco-Index (Grundlage ist das Geschäftsjahr 2009, das die Basis 100 bildet) im vierten Quartal 2012 gegenüber dem zurückliegenden um vier Prozent gestiegen, obwohl im Dezember wegen der günstig gelegenen Feiertage weniger gearbeitet wurde. Zwar befindet sich der Index damit gut elf Prozent unter dem Niveau des Rekordjahres 2011, erreicht aber mit seinen 124 Punkten immerhin den dritthöchsten Stand der letzten beiden Jahre.

Consultants haben gut lachen

Geco-Vorstand Günter Hilger: "Der Trend zu mobilen Endgeräten, der viel Software-Redesign erfordert, treibt die Nachfrage nach Entwicklern an."
Geco-Vorstand Günter Hilger: "Der Trend zu mobilen Endgeräten, der viel Software-Redesign erfordert, treibt die Nachfrage nach Entwicklern an."
Foto: Geco Group

Die Berater-Stundensätze konnten Ende 2012 am stärksten zulegen: mit fast neun Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Selbst gegenüber dem dritten Quartal 2012 stiegen sie um 9,5 Prozent. "Der Trend zu mobilen Endgeräten, der viel Software-Redesign erfordert, treibt die Nachfrage nach Entwicklern an", analysiert Geco-Vorstand Günter Hilger. Cloud-Computing beflügele zusätzlich Themen wie Server- oder Storage-Virtualisierung und IT-Sicherheit. Aber auch im Lösungsgeschäft würden die Berater weiter hofiert. Hier waren es meist SAP-Themen, die die Preise trieben. Mit einem Wert von 104 zeigen sich dagegen die Techniker-Stundensätze fast unverändert gegenüber dem Wert des vergleichbaren Vorjahresquartals 2011 (105).

Die gute Auslastung der vergangenen Quartale wurde laut Hilger teilweise auch von großen Infrastrukturprojekten, die Anfang 2012 vergeben wurden, beeinflusst. Diese Projekte sind gegen Jahresende sukzessiv ausgelaufen und haben für eine gewisse Entspannung bei der Verfügbarkeit von Freiberuflern im Bereich Infrastruktur gesorgt. "Ich glaube jedoch nicht, dass man daraus eine Tendenz ablesen kann. Durch die hohe Zahl der vorliegenden Projektabschlüsse für 2013 könnte die Auslastung in diesem Segment wieder zulegen", glaubt der Hamburger Unternehmer.

Freiberufliche IT-Profis konnten auch 2012 mit den Geschäften zufrieden sein.
Freiberufliche IT-Profis konnten auch 2012 mit den Geschäften zufrieden sein.
Foto: vinzstudio - Fotolia.com

Die Projektlaufzeiten stiegen im vierten Quartal gegenüber dem dritten Quartal um fast 16 Prozent auf 144 Punkte. Sie liegen damit im Vergleichszeitraum nur noch fünf Prozent unter der Marke des Rekordjahres von 2011 (152).

Man nimmt, was man kriegen kann

Der Projektindex, also das Verhältnis von angebotenen und realisierten Projekten, stieg im letzten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 30 Prozent auf 100 Punkte. Selbst gegenüber dem vierten Quartal 2011, immerhin ein Rekordjahr, konnte er noch um 15 Prozent zulegen. "Offensichtlich sind die Projektinhaber weniger wählerisch als früher und die wenigen verfügbaren Experten werden mit Wohlwollen geprüft. Im Klartext könnte man auch sagen, man nimmt, was man kriegen kann, vor allem bei den Beratern. Hier findet eindeutig ein Umdenken statt", beobachtet Hilger. Getrübt wird die erfreuliche Entwicklung allein durch die deutlich sinkenden Projektanfragen. Mit einem Wert von 157 Punkten gingen sie um 54 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2011 zurück. (hk)

Der Geco-Freiberufler-Index…

…ist ein Indikator für freiberufliche IT-Profis. Er wird quartalsweise von der Geco AG in Hamburg erhoben. Der Index vergleicht die einzelnen Quartale des aktuellen Geschäftsjahres mit den vergleichbaren Zeiträumen der voran gegangenen Jahre. Die Grundlage der Berechnungen bildet das Geschäftsjahr 2009 (Basis = 100). Der Index setzt sich aus den fünf Werten Berater-, Technikerstundensatz, Projektlaufzeiten, Projektindex (gibt das Verhältnis von Projektanfragen zu realisierten Projekten an) und Projektanfragen zusammen.

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