Geco-Index im ersten Quartal 2012

Freiberuflerhonorare steigen weiter

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Die Honorare der freiberuflichen Berater sind im ersten Quartal 2012 um 8,4 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum gestiegen, wie der aktuelle Geco-Index zeigt.

"Diese Entwicklung ist für IT-Freiberufler erfreulich, stellt aber umgekehrt Unternehmen vor eine schier unlösbare Aufgabe", kommentiert Geco-Vorstand Günter Hilger das Ergebnis. Immer mehr IT Projekte könnten derzeit nicht umgesetzt werden und Stellen blieben unbesetzt.

Günter Hilger, Geco: "Es gibt Beraterprofile, die zurzeit am Markt kaum verfügbar sind."
Günter Hilger, Geco: "Es gibt Beraterprofile, die zurzeit am Markt kaum verfügbar sind."
Foto: Geco

So erreichen die Berater-Stundensätze einen Wert von 117, was einer Steigerung von 28 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum entspricht. Und selbst gegenüber dem Vorquartal, also dem letzten des vergangenen Jahres, macht das Plus noch zehn Prozent aus. Der Index übertraf damit das Allzeithoch des dritten Quartals 2011 (114) um 2,5 Prozent. "Es gibt Beraterprofile, die derzeit am Markt kaum noch oder nicht mehr verfügbar sind", bedauert Hilger.

Längere Projektlaufzeiten

Selbst die Techniker-Stundensätze konnten mit einem Zuwachs von knapp drei Prozent auf 108 den zuvor leicht rückläufigen Trend zum Ende des Vorquartals (105) wieder wettmachen. "Diese Entwicklung freut uns besonders, denn gerade in diesem Segment sind die am Markt durchsetzbaren Stundensätze im Verhältnis zu den Anforderungen vergleichsweise zu gering", argumentiert der Geco-Vorstand. Aber auch hier werde es zunehmend schwerer, Projekt-Mitarbeiter in den Regionen zu bekommen, was zu weiter steigenden Stundensätze führe.

Auch die Projektlaufzeiten legten deutlich zu - von 111 im ersten Quartal 2011 auf jetzt 120 Punkte, allerdings ist ein starker Rückgang zum Vorquartal zu melden, als der Index einen Wert von 152 erreichte. Die Ursache für den Rückgang könnte laut Hilger mit der Angst vor einem sich verschlechternden Wirtschaftsklima zusammenhängen. "Dann werden die Projekte kürzer, was aber den Firmen mehr Flexibilität gibt", meint Hilger. Richtig sei aber auch, dass viele Unternehmen mit ihren guten Beratern langläufige Verträge abschlössen, um sie an ihre Projekte zu binden.

Der Projektindex legte mit 86 Punkten im Vergleich zum Vorquartal (85) nur knapp zu, allerdings ging er im vergleichbaren Vorjahreszeitraum um 15 Prozent zurück. "Das bedeutet, dass viele Unternehmen an ihren hohen Erwartungen festhalten, umgekehrt aber der Markt diese nur begrenzt erfüllen kann", glaubt der Hamburger Manager. Hier müsse ein Umdenken stattfinden.

Die Projektanfragen liegen mit einem Wert von 227 seit nunmehr drei Quartalen in Folge auf einem unverändert hohen Niveau. Im direkten Quartalsvergleich zum Vorjahr liegt der Wert um 17 Prozent höher, obwohl die ersten beiden Quartale eines Jahres in der Regel die schwächeren sind. "Das zeigt einmal mehr, die weiterhin vorhandene, starke Nachfrage im IT-Projektmarkt", kommentiert Hilger. "Der Fachkräftemangel wird uns deshalb auf absehbare Zeit erst einmal erhalten bleiben", resümiert der Geco-Chef. Sein wenig populärer Rat an die Auftraggeber: "Unternehmen tun gut daran, in ihren Skill-Anforderungen flexibler zu werden und über neue Konzepte zur schnellen Nachqualifizierung nachzudenken."

Der Geco-Freiberufler-Index

...... ist ein Indikator für freiberufliche IT-Profis. Er wird quartalsweise von der Geco AG in Hamburg erhoben. Der Index vergleicht die einzelnen Quartale des aktuellen Geschäftsjahres mit den vergleichbaren Zeiträumen der vorangegangenen Jahre. Die Grundlage der neuen Berechnungen bildet das Geschäftsjahr 2009 (Basis = 100). Der Index setzt sich aus den fünf Werten Berater-, Technikerstundensatz, Projektlaufzeiten, Projektindex (gibt das Verhältnis von Projektanfragen zu realisierten Projekten an) und Projektanfragen zusammen.