IT-Projektmarkt

Freiberufler sollten Marktsignale beachten

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
Angesichts der aktuellen Lage an den Aktienmärkten empfiehlt der Freiberufler-verband BVSI den IT-Selbständigen, sich auf schwierigere Zeiten einzustellen.
Dirk Bisping vom BVSI rät IT-Beratern, derzeit auf Nummer sicher zu gehen.
Dirk Bisping vom BVSI rät IT-Beratern, derzeit auf Nummer sicher zu gehen.
Foto: BVSI

Zurzeit kann niemand eine verlässliche Voraussage treffen, wie sich der IT-Projektmarkt weiterentwickelt, aber die Warnsignale mehren sich", beobachtet Dirk Bisping, Vorstand des Bundesverbandes selbständiger Informatiker (BVSI). Die Lage auf dem Aktienmarkt gebe erfahrungsgemäß Hinweise darauf, wie die Wirtschaftslage und damit auch die Situation der IT-Freiberufler in einem halben Jahr aussehe.

Als in den Jahren 2001 und 2008 die Aktienmärkte einbrachen, wurde etwa ein halbes Jahr später der IT-Markt von der wirtschaftlichen Talfahrt erfasst, erinnert Bisping. Gegenwärtig häuften sich wieder die Vorzeichen einer Wirtschaftskrise. Von einer Abkühlung des IT-Markts sei hingegen nichts zu spüren. "Was Berater vor zwei Jahren noch an Anfragen in einem Monat erhielten, bekommen sie jetzt pro Woche", kommentiert der Verbandsmann. Neue Statistiken belegen zudem, was viele BVSI-IT-Freiberufler bestätigen: Die Honorare sind je nach Thema im Vergleich zum Vorjahr um fünf bis 15 Euro pro Stunde gestiegen. Die Nachfrage nach freiberuflichen IT-Spezialisten sei weiterhin enorm.

Sicherer Auftrag oder mehr Geld?

IT-Freiberufler müssten sich laut Bisping nun fragen, wie sie agieren wollen: Bleiben sie in einem gesicherten Engagement, oder geben sie die Position auf, um mehr Geld zu verdienen? Manche Freelancer seien schon jahrelang für einen Auftraggeber tätig und erhielten ein gutes, aber nicht exorbitantes Honorar: "Sie denken vielleicht über einen Wechsel zu einem Kunden nach, der höhere Honorare zahlt. Andere entscheiden sich, bei dem Unternehmen zu bleiben, in dem sie sich eine sichere Position erarbeitet haben."

In Anbetracht der sich mehrenden Warnsignale empfiehlt der Hamburger Freiberuflerverband den IT-Beratern, eher auf Sicherheit zu setzen, sich ein vertrautes Arbeitsumfeld zu erhalten und finanzielle Reserven anzulegen, um eine möglicherweise längere Durststrecke zu überstehen. Denn es sei zu befürchten, dass es zu einem Wirtschaftsabschwung komme, der noch über das Jahr 2012 hinausgehen könne. (hk)

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