IT Freiberufler des Jahres 2015

Freiberufler Michael Grüne in München ausgezeichnet

Susanne Köppler ist freie Autorin in München.
Das IT Job Magazin kürte in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Informatik e.V. die Sieger im Wettbewerb „IT Freiberufler des Jahres 2015“. Der erstplatzierte Quereinsteiger Michael Grüne wurde zudem mit dem Sonderpreis für die beste Homepage ausgezeichnet.

Die IT Freiberufler des Jahres 2015 wurden in München ausgezeichnet. Das IT Job Magazin bewertete im Rahmen des Wettbewerbs zusammen mit der Gesellschaft für Informatik e.V. neben dem Profil der Freiberufler auch deren Internetpräsenz und die unternehmerische Haltung. Besondere Anerkennung fanden zudem überzeugende Kundennutzung, hochwertige Referenzen und umfangreiche Expertise der Preisträger.

IT-Freelancer des Jahres 2015: Michael Grüne

In allen Kategorien überzeugt hat laut dem IT Job Magazin Michael Grüne. Diese Auszeichnung ist für Grüne ein klares Zeichen dafür, es geschafft zu haben, seine Professionalität überzeugend darzustellen. "Der Wettbewerb bietet jedem Freiberufler die Möglichkeit sein Angebot, seinen Marktauftritt und seine professionelle Präsentation durch eine fachkundige Jury kritisch überprüfen zu lassen und zu optimieren", erklärt der Gewinner. Darüber hinaus ist Grüne mit den Gewinnern der Jahre 2009 und 2007, Manuela Reiss und Uwe Kieser, persönlich bekannt und schätzt deren Professionalität sehr. "Daher war es für mich auch ein persönliches Ziel, mich an deren Beispiel zu orientieren und freue mich sehr, dass ich nun ebenfalls diese Auszeichnung erhalten habe.

Freelancer des Jahres 2015, Michael Grüne: "Die Auszeichnung ist für mich ein klares Zeichen, dass ich es geschafft habe, meine Professionalität überzeugend darzustellen"
Freelancer des Jahres 2015, Michael Grüne: "Die Auszeichnung ist für mich ein klares Zeichen, dass ich es geschafft habe, meine Professionalität überzeugend darzustellen"
Foto: Michael Grüne

Von Platz 3 auf Platz 1

Der ursprüngliche Chemikant arbeitete sich über ein Studium der Wirtschaftsinformatik in den letzten Jahren zum freiberuflichen IT-Berater hoch. Bereits im Jahr 2013 wurde Grüne im selben Wettbewerb als Drittplatzierter ausgezeichnet. Die damit einhergehenden Kommentare und Hinweise der Jury nahm Grüne an und erarbeitete entsprechende Verbesserungen, wodurch er dieses Jahr den Sieg einfährt. 2013 wurde Grünes Profil beispielsweise als zu umfangreich beurteilt, weshalb er dieses einer Straffung unterzog und eine stärkere Fokussierung auf seine Kernkompetenz legte. Zudem kam Grüne der Empfehlung der Jury nach, seine Website mit eigenen Bildern individueller zu gestalten.

Aber nicht alle Anregungen der Jury aus dem Vorjahr hat der diesjährige Gewinner umgesetzt. Darauf, seine Referenzen namentlich zu nennen, hat Grüne auch dieses Jahr verzichtet. "In der Vergangenheit wurden meine Referenzen für Akquisezwecke von Dritten verwendet, daher blieb ich in Bezug auf die Weitergabe von Kundenreferenzen meiner bisherigen Linie treu und verwende sie in meiner Außenpräsentation weiterhin anonymisiert, ebenso wie ich Projekte bei den jeweils aktuellen Kunden nicht benenne". Grünes Kunden schätzen die von ihm garantierte Vertraulichkeit, sind im Gegenzug jedoch gerne bereit, seine Referenzen auf individuelle Nachfrage hin zu bestätigen.

Interessenvertretung für Selbständige in der IT

Neben seiner Beratungstätigkeit ist Grüne Gründungsmitglied und Vorstandvorsitzender des Deutschen Bundesverbandes Informationstechnologie für Selbständige e.V. (DBITS) und engagiert sich in dieser Position seit 2013 für die Vertretung und Unterstützung der IT-Freiberufler in Deutschland. Der DBITS erfreut sich laut Grüne eines kontinuierlichen Zuwachses von Mitgliedern, die eine speziell auf die IT-Selbständigkeit ausgerichtete Vertretung wünschen.

In der diesjährigen Mitgliederversammlung wurden insbesondere formelle Satzungsänderungen vorgenommen, die es möglich machen, Förder- und Ehrenmitglieder aufzunehmen. Daneben wurde der neue Vorstand gewählt. In dieser Wahl wurde Jens Rohrer als dritter Vorstand wiedergewählt, Oliver Kubutat ist als zweiter Vorstand von Kerstin Tammling ersetzt worden und Michael Grüne wurde als Vorstandsvorsitzendes in seinem Amt bestätigt.

Aktuelle Themen des DBITS

Zum Hauptthema des DBITS, der Regelung von Werkverträgen und Leiharbeit und dem damit einhergehenden Verdacht der Scheinselbständigkeit gerade für IT-Freelancer, wurde Mitte November ein Referentenentwurf vom Bundesamt für Arbeit und Soziales (BMAS) ausgegeben. Um positiven Einfluss im Sinne der IT-Freelancer zu nehmen, wurden laut Grüne zahlreiche Bundestagsabgeordnete angeschrieben und das Positionspapier des DBITS übergeben.

Zudem hat der DBITS in Kooperation mit der Etengon (Deutschland) AG sein Positionspapier und einen Vorschlag für einen Gesetzesentwurf zur Abgrenzung von Scheinselbständigkeit an Bundeskanzlerin Angela Merkel gesandt. "Die Darstellung der Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft hat wohl die Aufmerksamkeit der Bundeskanzlerin auf dieses Thema gelenkt, da sie am 24.11.2015 die Änderungswünsche des Arbeitsministeriums an Werkverträgen, die über den Koalitionsvertrag hinausgehen, abgelehnt hat", führt Grüne aus.

Verdacht der Scheinselbständigkeit vorbeugen

Der DBITS hat im Oktober seinen Mitgliedern das Fact-Sheet "Mehr Rechtssicherheit - Fact-Sheet für DBITS e.V. Mitglieder" an die Hand gegeben. Mit dieser Hilfestellung kann jeder Solo-Selbständige seine eigene Situation hinsichtlich seines Einsatzes beim Kunden beurteilen und optimieren, um dem Verdacht der Scheinselbständigkeit vorzubeugen.

Im vierten Quartale 2015 wird außerdem eine Studie der TU Dortmund über die Zusammenarbeit mit hochqualifizierten Solo-Selbständigen veröffentlicht. Der DBITS unterstützte die Universität bei der Ausarbeitung dieser Studie.

Auf dem Treppchen

Auf den zweiten Platz des Wettbewerbs IT Freiberufler des Jahres schafft es 2015 Christian M. Matt. Der Schweiz-Kenner berät seine Kunden nach dem Motto "listen-think-consult-act". Durch seine langjährige praktische Erfahrung sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland kann er sich heute als Experte für Projekt-. Programm- und Multiprojektmanagement bezeichnen.

Der dritte Platz geht an den Performance-Spezialisten Sebastian Chece. Der Experte arbeitet im Softwaretesting und in der Software-Qualitätssicherung, darin spezifischer im Bereich der Testautomatisierung und noch spezieller im Last- und Performancetest beziehungsweise Performance Engineering.

Nach Bekanntgabe der Ergebnisse des Wettbewerbs hat sich der DBITS e.V. in seiner Rolle als berufsständische Vertretung der selbständigen IT-Unternehmen dazu entschlossen, den Gewinnern eine kostenlose Mitgliedschaft im DBITS bis zum Ende des Jahres 2016 als Anerkennung ihrer Leistungen zu überreichen. Der Gewinner, Michael Grüne, ist als Mitglied des Vorstandes von dieser Regelung ausgeschlossen, die anderen Gewinner haben die Mitgliedsurkunden im November erhalten.

 

Philip

Hr. Grüne hat recht: Eine Aufforderung, auf einer öffentlichen Webseite Referenzen mit Namen zu benennen, ist aus mehrfachen Gründen wirklich Unsinn, und spricht nicht gerade für die Juroren:
Erstens: Mir ist sogar ein Fall bekannt, in dem einem Freelancer eine Klage angedroht wurde, wenn er eine Konzernreferenz nicht von seiner Seite löscht. Meiner Kenntnis nach ist die Einholung eines Einverständnisses bei jedem Kunden Pflicht, weil dies auch eine Werbeaussage ist.
Echte Referenzen, also offizielle Bestätigungen der Zusammenarbeit, geben viele größere Firmen Freelancern gar nicht.
Zweitens: Je größer der Kunde, umso unwahrscheinlicher ist ja ein Direktvertrag. Meist stehen große Agenturen als Vermittler dazwischen. Genau das macht eine Referenz oft aus mehreren Gründen problematisch.

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