Selbständig, statt festangestellt

Frei und zufrieden

freie Journalistin in Tübingen
Hohe Honorare, mehr Freiraum und viel Abwechslung: Wer als IT-Berater den Sprung in die Selbständigkeit wagt, hat zur Zeit beste Aussichten.
Festanstellung, nein danke: Die meisten IT-Freelancer schätzen ihre Freiheit.
Festanstellung, nein danke: Die meisten IT-Freelancer schätzen ihre Freiheit.
Foto: majoka - Fotolia.com

Früher galten Freiberufler als schwer vermittelbare Außenseiter. Wer nimmt schon freiwillig das Los eines befristeten Jobs auf sich, wenn er eine feste Stelle mit der Aussicht auf Karriere haben kann? „Da ist was faul“, hieß es früher unter Kollegen. Vergangenheit. Heute stehen selbständige IT-Spezialisten hoch im Kurs. Das Klischee der schwer vermittelbaren Außenseiter war gestern. Der IT-Markt lebt seit Jahrzehnten von und mit den Nomaden der Arbeit – zum gegenseitigen Vorteil.

Für Unternehmen liegen die Vorteile auf der Hand: Stehen große Projekte an, die die hauseigene Mannschaft nicht stemmen kann, holen sie sich Experten von außen. IT-Freelancer bringen spezielles Know-how, Erfahrung und eine umfangreiche Expertise mit; Controller schätzen deren flexible Einsatzplanung und die berechenbaren Kosten. Und auch für die Job-Vermittler ist ein attraktiver Markt entstanden: Den zehn größten Anbietern bescherte dieses Geschäft laut Lünendonk-Studie im Geschäftsjahr 2011 einen Jahresumsatz von 1,2 Milliarden Euro.

Etwa 80.000 freiberufliche IT-Experten gibt es in Deutschland. Tendenz seit Jahren steigend. Immer mehr IT-Profis tauschen die Sicherheit des Angestelltendaseins gegen die Ungebundenheit eines Freiberuflers ein. Den Unternehmen tut das doppelt gut, erläutert Stefan Frohnhoff, Geschäftsführer der emagine GmbH, die als Teil der GFT-Gruppe weltweit Technologieprojekte mit flexiblen Experten besetzt: „Zum einen sind Freiberufler ein probates Mittel gegen den seit Jahren anhaltenden IT-Fachkräftemangel. Zum anderen bringen freie IT-Experten nachweislich frischen Wind in die mitunter starren Unternehmensstrukturen.“

Festangestellte profitieren von Freiberuflern

Das belegt auch eine Studie der Münchner Bundeswehr-Universität. Danach sehen 79 Prozent der befragten Auftraggeber IT-Freelancer als ausgewiesene Spezialisten an, von deren Fachwissen sie und die eigenen Mitarbeiter profitieren.

Der berühmte Blick über den Tellerrand ist in der heutigen Zeit wichtiger denn je, um Ideen und Innovationen voranzutreiben. Mitarbeiter tun sich damit oft schwerer als freie Berater und Experten, die schon aufgrund ihrer Rolle von außen auf die Dinge blicken müssen. Während Festangestellte viel Zeit mit Routineaufgaben verbringen, haben freie Technologieexperten die Möglichkeit, innerhalb kurzer Zeit unterschiedliche Unternehmen und Prozesse kennenzulernen. Bei emagine liegt die durchschnittliche Projektdauer der freiberuflichen IT-Spezialisten bei zehn Monaten. Das gibt den Freiberuflern nicht nur Planungssicherheit, sondern ihre Chancen stehen auch gut, mit der gesammelten Erfahrung Folgeaufträge zu erhalten.

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