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Freenet.de: Bafin ermittelt wegen möglichen Insiderhandels

21.09.2004

Der dramatische Kurssturz der Freenet-Aktie zwischen Anfang Juli und Ende August hat möglicherweise ein Nachspiel: Wie das "Handelsblatt" berichtet, hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine formelle Untersuchung des Vorgangs eingeleitet. Grund seien nach Angaben einer Sprecherin der Behörde die Auffälligkeiten im Kursverlauf vor der Bekanntgabe der (enttäuschenden) Halbjahresszahlen des Hamburger Internet-Anbieters, die auf Insiderhandel schließen ließen.

Wenige Wochen vor Bekanntgabe der Zahlen am 9. August hatten die Freenet-Vorstände Eckhard Spoerr und Axel Krieger insgesamt 130.000 Anteilscheine aus einem Aktienoptionsprogramm verkauft und damit den Kurs nach Angaben von Händler massiv unter Druck gesetzt. Als Resultat brach der Freenet-Kurs zwischen Anfang Juli und Anfang August um mehr als die Hälfte ein. Der Freenet-Chef Spoerr selbst hatte vor einigen Wochen in einem Interview jeden Zusammenhang mit der Ausübung der Aktienoptionen zurückgewiesen und den Kursverlust auf die überhöhten Erwartungen der Investoren zurückgeführt. Die Optionsscheine seien ein Teil des Vorstandsgehaltes gewesen, der am 12. Juli fällig gewesen sei, erklärte der Jungmanager damals. Die Investoren hätten davon Kenntnis gehabt, da das Datum im Geschäftsbericht stehe, verteidigte sich Spoerr. (mb)