IT-Branche will den Frauenanteil steigern

Frauen wollen wachgeküsst werden

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Die IT-Branche will den Frauenanteil bis zum Jahr 2020 massiv steigern. Auch deshalb drehte sich beim sechsten nationalen Gipfel der IT-Branche viel um die Frauen.

240 Jahre bräuchte die Deutsche Telekom, um ohne Quote auf einen Frauenanteil von 30 Prozent unter den Führungskräften zu kommen. Doch so lange wollte das Unternehmen keineswegs warten. Im vergangenen Jahr brachten die Bonner unter lautem Mediengetöse die Quote ins Spiel. Bis Ende 2015 sollen die selbst verordneten 30 Prozent erreicht sein.

Ähnlich ambitioniert zeigen sich inzwischen auch andere ITK-Unternehmen in der neuesten Bitkom-Studie, für die rund 700 Geschäftsführer und Personalverantwortliche befragt wurden. Bis zum Jahr 2020 soll sich der Frauenanteil in Top-Führungspositionen versechsfacht haben, im mittleren Management verdreifacht, und der Anteil an weiblichen IT-Fachkräften soll nach dem Willen der Verantwortlichen um 68 Prozent steigen.

Doch verglichen mit den tatsächlichen Führungspositionen, die Frauen in der Branche im Jahr 2011 innehaben, bleiben die Zahlen bescheiden. Im Top-Management von IT-Unternehmen sind heute 2,8 Prozent Frauen angekommen, im mittleren Management sind es bescheidene 4,4 Prozent. Selbst mit der gewünschten Erhöhung bleibt der angestrebte Anteil von 14,5 Prozent nur halb so hoch wie der, den die Telekom bis 2015 erreichen möchte. Beschäftigt die gesamte ITK-Branche momentan insgesamt rund 858.000 Menschen, davon 127.000 Frauen, so wünschen sich die befragten Firmen, dass die Branche im Jahr 2020 mindestens 212.000 Frauen einen Job bietet.

Inhalt dieses Artikels