Karriere in der IT-Branche

Frauen, nutzt Eure Chancen!

12.04.2013
Das mittelständische IT-Beratungsunternehmen Metafinanz bietet spannende Aufgaben und langfristige Karriereperspektiven, auch für Frauen. Zwei Managerinnen berichten.

Als sich Gerit Hagemann 1995 bei dem IT-Beratungsunternehmen Metafinanz bewarb, wusste sie, was sie erwartete. Denn ihren zukünftigen Arbeitgeber hatte sie während des Informatikstudiums an der Technischen Universität Ilmenau in einem Forschungsprojekt kennen gelernt. „Es war genau das, was ich wollte.", sagt Hagemann. Das ist auch heute noch so, denn die inzwischen 43-Jährige arbeitet noch immer für das Unternehmen. Daran änderten auch die Anrufe von Headhuntern nichts, die sie mit Angeboten weg locken wollten. Die Informatikerin verfolgt lieber konsequent ihre Karriere bei Metafinanz. „Ich habe die Personalnummer 15, bin lange dabei und hatte aber trotzdem nie das Bedürfnis, den Arbeitgeber zu wechseln", erzählt sie. Denn das Unternehmen bot ihr immer wieder neue Perspektiven und Aufstiegschancen an.

Gerit Hagemann, Metafinanz: „Ich habe immer ein Bild vor Augen, was ich erreichen und wie ich mich weiterentwickeln möchte."
Gerit Hagemann, Metafinanz: „Ich habe immer ein Bild vor Augen, was ich erreichen und wie ich mich weiterentwickeln möchte."
Foto: Privat

Zielstrebig und vielseitig interessiert war die Informatikerin schon als Schülerin. „Ich bin in Thüringen zur Schule gegangen und entschied mich nach der achten Klasse für den naturwissenschaftlichen Zweig." Mathematik und Physik sowie eine Kooperation der Schule mit der TU Ilmenau erleichterten ihr auch die Studienwahl. „Normalerweise hatten Schulen in der DDR als Paten-Brigade Produktionsbetriebe, in denen die Schüler Praxiserfahrung sammeln konnten. Doch ich habe sehr von der Kooperation mit der Technischen Universität profitiert", erinnert sich Hagemann.

„Gerit, das machst du jetzt.“

Fundiertes Fachwissen brachte die Informatikerin aus dem Studium mit, manche der im Arbeitsleben notwendigen Soft Skills wie Präsentieren, Kundengespräche führen oder Projekt-Management erlernte sie im Arbeitsalltag und über Weiterbildungen. Früh erkannte einer ihrer Metafinanz-Chefs das Talent seiner Mitarbeiterin und übertrug ihr Projekt-Verantwortung. „Natürlich war ich überrascht als es hieß ‚Gerit, Du machst das jetzt’. Interessiert hat mich die Position schon, doch ich fand mich noch zu unerfahren und wahrscheinlich hätte ich mich ohne diese Aufforderung nicht für die Projektleitung beworben,“ sagt Hagemann heute. Doch dieses Vertrauen habe ihr sehr geholfen und sie habe schnell gelernt, dass es wichtig ist, selbstbewusst aufzutreten, sich mehr zuzutrauen und die typisch weibliche Bescheidenheit schnell abzulegen.

Es folgten verschiedene Karrierestationen, in denen sie auch Projekt-Teams mit 25 Mitarbeitern leitete. Heute konzentriert sich die Informatikerin wieder stärker auf fachliche Aspekte, insbesondere aktuelle Entwicklungen im Bereich Schaden-Management von Versicherungen sowie klassisches Projekt-Management.

Seit den Anfängen von Metafinanz 1990 in St. Georgen im Schwarzwald hat sich viel verändert. 1995 gründete das Unternehmen zunächst eine Geschäftsstelle in München, im Jahr 2000 wurde der Hauptsitz dorthin verlegt. Die IT-Consulting-Company beschäftigt heute mehr als 300 Mitarbeiter, die 2012 einen Umsatz von 200 Millionen Euro erwirtschafteten. Der Frauenanteil im Unternehmen liegt bei 28 Prozent. Mit flexiblen Teilzeitmodellen versucht Metafinanz, den Mitarbeiterinnen auch in der Familienphase einen attraktiven Arbeitsplatz zu bieten und mehr Frauen den Aufstieg in Führungspositionen zu ermöglichen.

Die Teilzeitfalle vermeiden

Auch Gerit Hagemann konzentrierte sich trotz einer siebenmonatigen Babypause weiterhin auf ihre Karriere. Inzwischen arbeitet die Informatikerin wieder 30 Stunden in der Woche. „Ich habe immer ein Bild vor Augen, was ich erreichen und wie ich mich weiterentwickeln möchte." Sie rät Frauen, mit dieser Strategie die Teilzeitfalle zu vermeiden. Dass es dazu ein großes Organisationstalent und viel Selbstbewusstsein braucht, verschweigt sie nicht. „Zwischen 16 und 20 Uhr bin ich nicht verfügbar, das wissen die Kollegen und Kunden. Wenn es das Projekt erfordert, schreibe ich aber abends noch E-Mails oder telefoniere mit Kunden und Kollegen.", fügt sie hinzu.

Manche Firmen machen ihren Mitarbeiterinnen das Erklimmen der Karriereleiter leichter als andere.
Manche Firmen machen ihren Mitarbeiterinnen das Erklimmen der Karriereleiter leichter als andere.
Foto: zest_marina - Fotolia.com

Neben flexiblen Arbeitszeiten und Arbeitsmitteln wie Laptop und Zugang zum Firmennetz bietet Metafinanz seit einigen Monaten einen weiteren Service an. Über eine professionelle Familienhilfe können Mitarbeiter auch kurzfristig Tagesmütter oder Babysitter für ihre Kinder buchen. Auch wer pflegebedürftige Angehörige hat, kann über diesen Service Unterstützungsangebote organisieren.

Unterstützt und gefördert haben Hagemann auch immer wieder ihre Vorgesetzten. „Es ist wichtig, selbst eine Vorstellung davon zu haben, wo es hingehen soll.", empfiehlt sie. Solche Ziele dürften Frauen auch dann nicht aus den Augen verlieren, wenn sie eine Familie gründen. Obwohl ihr Karriereweg geradlinig wirkt, kennt auch Hagemann die Fallstricke, die besonders Frauen den Weg nach oben erschweren: „Zwar muss die Fachkompetenz von Frauen einen Tick besser sein, doch sie sollten weniger zurückhaltend auftreten.", empfiehlt die Informatikerin.

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