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Französische Zentralbank: Vorsicht bei Krediten an TK-Anbieter

20.12.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach der Bank of England hat nun auch die Französische Zentralbank zur Vorsicht bei Krediten an Telekommunikationsanbieter aufgerufen. Besonders genau müssten dabei die Kreditgesuche von Mobilfunk-Carriern geprüft werden, hieß es in dem monatlichen Bulletin der Bank. Sie schätzt die Kosten für den Erwerb der UMTS-Mobilfunklizenzen in Europa auf 136 Milliarden Dollar, wobei die Aufwendungen für den Ausbau der Infrastruktur noch nicht mit eingerechnet sind. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres betrugen die TK-Kredite weltweit 320 Milliarden Dollar, im Vorjahr waren es noch 237 und 1998 noch 149 Milliarden Dollar.

Die Zentralbank sieht jedoch keine unmittelbare Bedrohung für die französischen Geldhäuser: "Die Rolle, die französische Banken generell bei der Finanzierung dieses Sektors spielen, ist relativ gering im Vergleich zu der Position ihrer größten internationalen Rivalen."

Vergangenen Freitag hatte die Britische Zentralbank eine ähnliche Warnung ausgesprochen. Sie befürchtet, dass die aufgehäuften Schulden der europäischen und amerikanischen Telekommunikationsunternehmen die Stabilität der weltweiten Finanzmärkte gefährden könnten (Computerwoche online berichtete).