Weiterer Umsatz- und Gewinnschwund

France Telecom verspricht stabile Dividende - Umsatz undGewinn sinken

29.07.2010
France Telecom hat als einer der letzten großen europäischen Telekomkonzerne seinen Aktionären ein Dividendenversprechen für die nächsten drei Jahre gegeben.
France-Telecom-Chef Stephane Richard
France-Telecom-Chef Stephane Richard

Wie für 2009 sollen die Anleger für die Jahre 2010, 2011 und 2012 eine Dividende von 1,40 Euro je Aktie erhalten, wie das französische Unternehmen am Donnerstag ankündigte. Für das erste Halbjahr schüttet der französische Konzern schon einmal eine Zwischendividende von 0,60 Euro je Aktie aus. Die Aktie legte im frühen Handel kräftig zu.

Mangels Wachstumsaussichten versuchen die europäische Telekomkonzerne ihre Aktionäre mit Dividendenversprechen bei Laune zu halten. Die Deutsche Telekom hat ihren Anlegern bis 2012 eine Dividende von mindestens 0,70 Euro je Aktie versprochen, das sind zwar acht Cent weniger als für 2009. Die Differenz soll aber mit Aktienrückkäufen ausgeglichen werden. Das erste Programm wurde jüngst aufgelegt. Vodafone setzte für die Geschäftsjahre bis 2013 seine Mindestdividende bei 10,18 Pence je Aktie an, das ist mehr als im abgelaufenen Geschäftsjahr. Auch Telefonica verspricht seinen Aktionären schon in diesem Jahr eine höhere Ausschüttung und stellt bis 2012 eine Steigerung in Aussicht.

Doch bei den Briten und den Spaniern liefen die Geschäfte zuletzt auch besser. Sie konnten ihre Umsätze im Gegensatz zu den Franzosen steigern. Beim France Telecom sind Gewinn und Erlös im ersten Halbjahr indes weiter geschrumpft. Der Umsatzrückgang habe sich aber im zweiten Quartal abgeschwächt, sagte France-Telecom-Chef Stephane Richard. Als vielversprechend bezeichnete der Manager die steigende Kundenzahl. Weltweit hatte France Telecom Ende Juni 182 Millionen Kunden, bis 2015 sollen es 300 Millionen sein.

Während die Erlöse des französischen Ex-Monopolisten in den ersten sechs Monaten nur um 1,2 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro sanken, schrumpfte der Gewinn vor Zinsen, Abschreibungen und Steuern (EBITDA) um 3,7 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis - bereinigt unter anderem um Übernahmen und Währungsschwankungen - fiel das Minus noch größer aus. Für den Rückgang machte der Konzern die strengere Regulierung und niedrigere Gebühren verantwortlich, sonst wäre der Umsatz den Angaben zufolge stabil geblieben. Gleichzeitig kämpft der Konzern um seine Margen. Mit 35 Prozent hatte das EBITDA im ersten Halbjahr einen geringeren Anteil am Umsatz als im Vorjahreszeitraum, im zweiten Quartal habe sich der Trend aber verbessert.

Besonders litt France Telecom auf dem Heimatmarkt und in Spanien, auch im Geschäftskundenbereich gingen die Umsätze deutlich zurück. Die Erlöse steigern konnten die Franzosen hingegen in Polen - dank positiver Währungseffekte - und in Afrika sowie dem Nahen Osten. Unterm Strich verdienten die Franzosen 3,7 Milliarden Euro. (dpa/tc)