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France Télécom bereitet Orange-Übernahme vor

26.05.2000
Sonera und KPN ziehen den Kürzeren

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die France Télécom verhandelt derzeit mit Vodafone Airtouch Plc. über die Übernahme des britischen Mobilfunkanbieters Orange. Der französische Ex-Monopolist müsste dafür voraussichtlich zwischen 85 und 95 Milliarden Mark auf den Tisch legen. Ein erfolgreicher Abschluss könnte bereits in der kommenden Woche verkündet werden. Zur Finanzierung der Kaufsumme hat die France Télécom einen Kredit von rund 63 Milliarden Mark aufgenommen (CW Infonet berichtete). Zudem will der Carrier zirka 5,3 Prozent seiner Anteile an dem TK-Unternehmen Telefonos de México (Telmex)

für zirka vier Milliarden Mark verkaufen.

Vodafone, das Orange zusammen mit der Akquisition des Mannesmann-Konzerns erworben hat, muss sich aus kartellrechtlichen Gründen von dem Mobilfunkanbieter trennen. Der Verkaufszeitpunkt ist für den britischen Carrier günstig, da er dringend Geld benötigt, um an der Versteigerung deutscher UMTS-Lizenzen teilzunehmen. Die Finanzspritze wäre um so wichtiger, als Vodafone gestern den geplanten Börsengang seines Pazifikgeschäfts aufgrund der unsicheren Marktlage verschoben hat. Dadurch entgehen dem Unternehmen Einnahmen von geschätzten elf bis 19 Milliarden Mark.

Die France Télécom, die von KPN im Kaufwettbewerb um den deutschen Carrier E-Plus ausgestochen wurde, steht nun unter Zugzwang, außerhalb der französischen Grenzen zu expandieren. Orange ist für den Ex-Monopolisten unter anderem deswegen ein attraktiver Übernahmekandidat, weil er bei der britischen Auktion eine der begehrten UMTS-Lizenzen ergattern konnte. France Télécom hat beim Rennen um Orange offenbar die Mitbewerber Sonera Oyj aus Finnland und die niederländische KPN ausgestochen, die nicht genug Geld für die Übernahme aufbringen konnten.