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Framfab entlässt die Hälfte der Mitarbeiter

22.05.2001
Die Web-Agentur Framfab entlässt bis zum 1. Oktober 2001 rund 900 Mitarbeiter - 57 davon in Deutschland. Zudem wurde der EDS-Manager Kaj Green in den Aufsichtsrat des angeschlagenen Konzerns berufen.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bis zum 1. Oktober 2001 will das in die finanzielle Schieflage geratene Internet-Beratungsunternehmen Framfab seine internationale Mitarbeiterzahl auf 900 reduzieren. Derzeit beschäftigt die schwedische Company noch 1800 Angestellte. Das bestätigte ein Unternehmenssprecher gegenüber der COMPUTERWOCHE. Von den Stellenkürzungen sind in Deutschland 57 Mitarbeiter betroffen. Zudem soll der Standort Nürnberg geschlossen werden. Die Angestellten in Köln müssen in die Niederlassung in Frechen umziehen. Anfang Oktober sollen dann noch 160 Beschäftigte für die Framfab Deutschland AG tätig sein. Künftig will sich das Unternehmen auf die Geschäftstätigkeit in den Kernländern Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Niederlande und Schweden konzentrieren.

Hintergrund für die drastischen Sparmaßnahmen ist das Ziel von Framfab, im vierten Quartal 2001 schwarze Zahlen zu schreiben. Zur weiteren Kapitalgewinnung hat die Web-Agentur einige Töchter verkauft und neue Aktien im Wert von 38 Millionen Mark für institutionelle Anleger ausgegeben. Weitere Anteile im Wert von 33 Millionen Mark sollen in Kürze für private Investoren folgen.

Framfab hat ferner eine strategische Partnerschaft mit dem IT-Dienstleister EDS (Electronic Data Systems) bezüglich Business-Consulting, Internet-Projekte und Hosting-Services geschlossen. In diesem Rahmen wurde Kaj Green, Vorstandsvorsitzender von EDS Nordic, in den Aufsichtsrat von Framfab berufen. Zudem erhielt Robert Gogell, Vice Chairman bei Antfactory, einen Sitz im Aufsichtsrat der Internet-Beratungsfirma. Das komplette Restrukturierungsprogramm bei Framfab wird ab sofort Johann Ekesioo leiten, der zum Vice President Business Reengineering ernannt wurde. Der Manager stand zuvor unter anderem bei IBM und Cap Gemini in Lohn und Brot.