Abstimmung verschoben

Foundry-Übernahme durch Brocade wackelt

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Angesichts der "jüngsten Entwicklungen im Zusammenhang mit der Transaktion" hat der Netzausrüster Foundry Networks die außerordentliche Aktionärsversammlung kurzfristig verschoben.

Weil Foundry Networks offenbar nicht genügend Anleger für die geplante Übernahme durch den Speicherexperten Brocade Communications Systems begeistern kann, sagte das Unternehmen die für vergangenen Freitag angesetzte Aktionärsabstimmung kurzfristig ab und verschob die Entscheidung über den Deal auf diesen Mittwoch. Der Aktienkurs von Foundry brach daraufhin um rund ein Viertel auf 12,67 Dollar ein.

Brocade hatte im Juli Pläne bekannt gegeben, Foundry für knapp drei Milliarden Dollar zu übernehmen. Für jede Foundry-Aktie bietet Brocade etwas mehr als 19 Dollar in bar und eigenen Anteilen.

Die Zurückhaltung mancher Foundry-Anleger ist nicht die erste Schwierigkeit bei dem Plan, sich mit gemeinsamen Kräften dem Netzprimus Cisco in den Weg zu stellen. Erst im vergangenen Monat kamen Zweifel auf, ob Brocade den Deal angesichts der Banken- und Finanzkrise stemmen kann. Der Company gelang es jedoch überraschend, sich eine Kreditlinie über 1,1 Milliarde Dollar zur Finanzierung der Übernahme zu sichern.

Auch Foundry hat offenbar bereits Vorleistungen für die Übernahme getätigt: In der vergangenen Woche meldete der Switch- und Router-Hersteller für das abgelaufene dritte Geschäftsquartal 2008 einen Gewinnrückgang um 35 Prozent bei vier Prozent Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr. Den Profiteinbruch begründete Foundry mit Kosten für den geplanten Merger.