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Forrester: Aus IT wird BT

12.06.2007
Die Analysten von Forrester sprechen sich dafür aus, dass mehr technischer Sachverstand in die Führungsriegen der Unternehmen einzieht. Zudem sollten IT und Marketing ihre Verbindung intensivieren.

Die IT-Beratung Forrester hat gefordert, dass die Bereiche IT und Business auch im Top-Management enger verzahnt werden. Auf den "IT Forum" des Unternehmens, das gestern im schottischen Edinburgh eröffnet wurde, sagte Firmenchef George Colony, es sei nicht länger zu akzeptieren, wenn Vorstandsmitglieder keinen Schimmer von Hightech hätten. "Der CEO muss nicht wissen, was eine Service-orientierte Architektur ist, aber er sollte zumindest eine rudimentäre Vorstellung davon haben, wie sich IT zur Steigerung der Einnahmen verwenden lässt", forderte Colony in seiner Eröffnungsrede. Der Brückenschlag sei umso wichtiger, da sich die IT von der Informationstechnologie unaufhaltsam zur BT – Business-Technologie – entwickelt.

Heutzutage sei die IT/BT derart mit dem Geschäft verbunden, dass eine Trennung kaum noch realistisch sei: "Sie sind ein und dasselbe", so Colony. Er forderte Unternehmen auf, den – wie er es bezeichnete – "Schreitest" durchzuführen: alle Stecker zu ziehen und zu warten, wie lange es dauert, bis die Mitarbeiter schreien. "Können Sie Produkte ohne Technologie entwickeln, können Sie Umsatz ohne Technologie generieren?" Manager mit Technologiewissen sollten in die oberste Führungsebene einziehen, um den Vorstand in die Hintergründe und Zusammenhänge einzuweihen. Laut Forrester haben elf der 20 größten Konzerne in den USA einen "Technologen" im Vorstand oder Board, in Europa seien es nur sechs von 20.

Vor allem die Bereiche Marketing und Technologie sollten ihre Bindungen stärken, um den Wechsel zu einem BT-Unternehmen zu schaffen. Dies sei der beste Schritt in die Zukunft. Auch wenn die Partnerschaft von IT und Marketing einer Verbindung von Hund und Katze und damit einem "unnatürlichen Akt" gleiche, führe kein Weg daran vorbei. (ajf)