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Ford verliert gegen Hacker

01.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach Angaben der Hacker-Postille 2600.com hat Ford Rechtsmittel gegen den Freispruch von Eric Corley, Betreiber des Online-Magazins, eingelegt. In dem vorausgegangenen Gerichtsverfahren hatte der amerikanische Autokonzern versucht Corley zu untersagen, von seiner Seite fuckgeneralmotors.com einen direkten Link auf die Ford-Homepage zu legen. Die Anwälte des Automobilunternehmens hatten die Verknüpfung mit ihrer Web-Seite zuvor als Verletzung und Beschädigung des Ford-Warenzeichens interpretiert. Richter Robert Cleland wies die Klage am 20. Dezember 2001 ab. Er begründete seine Entscheidung damit, dass der Name Ford nicht in dem Domain-Namen des Online-Auftritts, sondern lediglich im Programm-Code verwendet worden sei, um einen Hyperlink zu erzeugen.

Eric Corley, der im Internet oft unter dem Pseudonym "Emmanuel Goldstein" auftritt, dem Oppositionsführer in George Orwells Roman "1984", ist der Besitzer mehrerer "fuck"-Domains. Auf der jeweiligen Website sollen künftig kritische Verbraucherinformationen veröffentlicht werden. Internet-Aktivist Corley war schon häufiger in Auseinandersetzungen mit der amerikanischen Industrie verwickelt. Zuletzt verlor er einen Prozess, in dem die Motion Picture Association of America (MPAA) gegen die Veröffentlichung des DVD-Crack-Programms "DeCSS" auf der Homepage von 2600.com geklagt hatte.