Zugang zu Cloud-Technologien

Ford kauft Anteile von Pivotal Software

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Der Autobauer Ford investiert im großen Stil in Software. Das Unternehmen beteiligt sich mit 182,2 Millionen Dollar an Pivotal Software, der Cloud-Softwaretochter von EMC/VMare.

Ford erwirbt damit einen Anteil von 6,6 Prozent an Pivotal. Die Beteiligung gebe dem Autobauer "Zugang zu fortgeschrittenen Softwareentwicklungs-Methoden und Cloud-Technologie-Skills", kommentierte Ford-CEO Mark Fields den Deal. Ford selbst könne das in dieser Geschwindigkeit nicht aufbauen. Zukünftige "Kundenerfahrungen" würden im Automotive-Sektor maßgeblich durch IT und Software geprägt, für den Konzern sei es wichtig, hier vorne mit dabei zu sein.

Marcy Klevorn, CIO von Ford, zieht in den Verwaltungsrat von Pivotal Software ein.
Marcy Klevorn, CIO von Ford, zieht in den Verwaltungsrat von Pivotal Software ein.

Die von Ford beigesteuerten 182,2 Millionen Dollar sind der größte Teil einer insgesamt 253 Millionen Dollar schweren Finanzierungsrunde für Pivotal, an der auch Microsoft, General Electric, EMC und VMware beteiligt sind. Damit wäre Pivotal, das nach der Übernahme von dessen Muttergesellschaft EMC durch Dell mittelfristig an die Börse gebracht werden soll, mit rund 2,8 Milliarden Dollar bewertet. Ford ist ein großer Kunde von Pivotal, die CIO des Autokonzerns, Marcy Klevorn, wird in den Verwaltungsrat von Pivotal einziehen.

Pivotal hält auch Beziehungen zu VW

Auch zu Volkswagen unterhält Pivotal seit März 2016 enge Beziehungen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, entwickeln die Unternehmen im Berliner Digital-Lab von Volkswagen gemeinsam Software- und Mobilitätslösungen für VW. Im selben Monat gründete Ford seine Tochter "Ford Smart Mobility LLC" und brachte gemeinsam mit Pivotal "FordPass" heraus, eine Mobilitäts-App für alle Autofahrer. Sie soll Kunden beispielsweise bei Parkplatzsuche, Car-Sharing, Fernzugriff aufs Auto und anderen Funktionen helfen. Man wolle für Autobesitzer tun, was iTunes für Musikfans leiste, hieß es zur Ankündigung bei Ford.

Der amerikanische Autoriese öffnet zudem neue Software-Labs in den USA und Europa, die mit Softwarearchitekten und Entwicklern sowie mit User-Experience-Spezialisten besetzt werden sollen. Sie alle sollen Pivotals Methoden des Rapid Software Development nutzen.

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“? - Foto: Nmedia_Fotolia.com

Blue Box – die „Alles-Easy-Private Cloud“?

Zu den Anteilseignern von Pivotal gehört neben EMC und VMware mit einem zehnprozentigen Anteil auch General Electrics. Microsoft, nun ebenfalls beteiligt, dürfte vor allem am Zugriff auf die Open-Source-PaaS-Lösung Cloud Foundry interessiert sein, die von VMware stammt und im EMC-Konzern an Pivotal durchgereicht wurde. Microsoft nutzt die Software für seine Azure-Cloud. Ford indes hatte im Januar eine größere Cloud-Vereinbarung mit Amazon Web Services geschlossen.