Fokus liegt auf unternehmensweiter Entwicklung Unter der Regie von Sterling sagt Knowledgeware dem Desktop ade

06.01.1995

MUENCHEN (qua) - Seit dem 1. Dezember 1994 ist Knowledgeware ein Teil der Sterling Software Inc. Im Zusammenhang mit der organisatorischen Veraenderung hat der Anbieter von Entwicklungswerkzeugen auch sein Geschaeft neu definiert. Er will sich kuenftig vor allem auf visuelle Entwicklungswerkzeuge und Modellierungstools fuer unternehmensweite Anwendungen konzentrieren. Konsequenz: Die Desktop-Version von "Objectview" wird nicht mehr vermarktet.

Der Markttrend zeigt in Richtung schnelle Entwicklung am PC. Doch Knowledgeware ist offenbar entschlossen, sich antizyklisch zu verhalten. "Es waere anmassend, gegen Microsoft vorgehen zu wollen", erlaeutert Thomas Kropeit, Marketing-Direktor der Sterling Software GmbH, Duesseldorf, mit Seitenblick auf den Bestseller "Visual Basic". Andere Anbieter wie Gupta haetten versucht, sich dieser Konkurrenz zu stellen und seien gezwungen gewesen, ihre Produkte "fast umsonst" abzugeben.

Auf diesen Preiskampf will sich die neue Knowledgware-Eignerin nicht einlassen und ueberlaesst folglich die Zielgruppe der Einzelentwickler dem Mitbewerb. Objectview Desktop steht nicht auf den Sterling-Preislisten. Das fuer die Entwicklung groesserer Applikationen konzipierte Vollprodukt "Objectview Enterprise" hingegen wird, so verspricht Kropeit, nach wie vor verkauft und weiterentwickelt.

Eingegliedert sind die Knowledgeware-Produkte in die neugegruendete Applications Management Group (AMG), die sich wiederum aus drei Untergruppen zusammensetzt: Zur Applications Development Division gehoeren die Entwicklungswerkzeuge, die Knowledgeware zuvor als "Application Development Workbench" (ADW) vermarktet hat. Der neue Name fuer diese Produktlinie lautet "Key". In der Application Engineering Division und unter der Bezeichnung "Vision" sind alle Softwareprodukte zusammengefasst, die fuer Aufgaben des Re- Engineerings oder der Softwaremigration eingesetzt werden koennen. Darueber hinaus umfasst der AMG-Bereich auch die Consulting Services Division. Diese Abteilung erbringt ausschliesslich Beratungsleistungen im Umfeld der Sterling-eigenen Entwicklungswerkzeuge.

Den deutschen Applications-Management-Bereich mit Sitz in Muenchen leitet Peter Helfenstein, zuvor Geschaeftsfuehrer der Schweizer Knowledgeware-Niederlassung. Die bislang 17koepfige Mannschaft wird durch fuenf unternehmensinterne Berater und acht Mitarbeiter des Customer Service verstaerkt. (Siehe auch Seite 52 in dieser Ausgabe.)