Gadget des Tages

Focuswill Coolship - Desktop-Rechner mit Android

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Das chinesische Unternehmen Focuswill bringt im April einen Desktop-PC mit integrierter Tastatur heraus. Der Android-Rechner konnte sich auf Indiegogo behaupten.

Schaut man sich Crowdfunding-Projekte an, dann sind chinesische Startups bisher kaum in Erscheinung getreten. Vor allem europäische und US-amerikanische Jungunternehmen dominieren mit ihren Ideen die "Schwarmfinanzierungs"-Plattformen. Die chinesische Firma Focuswill ist ebenfalls diesen Weg gegangen und hat bei Indiegogo den Android-Rechner Coolship erfolgreich finanzieren lassen.

Dabei ist unklar, ob es sich bei Focuswill wirklich um ein Startup handelt. Klar ist: Mit Coolship präsentierte das Unternehmen einen Desktop-PC, der bis zum 17. März unterstützt wurde. Da die Firma schon im April mit der Auslieferung beginnen möchte und die Finanzierungsschwelle "nur" bei 10.000 US-Dollar lag, soll die Veröffentlichung bei Indiegogo wohl eher den Bekanntheitsgrad des chinesischen Unternehmens vorantreiben. Für ein Hardwareprodukt erscheint die Summe relativ gering, noch dazu wenn sie technische Bauteile vorfinanzieren müssen, um den Termin einzuhalten.

Aufrüstung möglich

Die Idee hinter Coolship überzeugte die Unterstützer dennoch: Ein schmaler Rechner mit integrierter Tastatur, der sich mit wenigen Handgriffen aufrüsten lässt. Wegen der bescheidenen Ausrüstung darf in der Tat angenommen werden, dass dies einige Käufer nach dem Erwerb wohl tun werden: Als Prozessor kommt ein 1,5-Gigahertz-CPU zum Einsatz (Rockship Dualcore RK3066), dem ein Gigabyte Arbeitsspeicher zur Seite stehen. Nach Angaben von Focuswill lässt sich der Prozessor samt Board auf der Unterseite austauschen.

Ein ARM Mali-400-Chip ist als GPU verbaut, der Full-HD (1080p) ermöglichen soll. Der vier oder acht Gigabyte große Flash-Speicher bietet allerdings nur wenig Spielraum für Anwendungen. Für mehr Speicher sorgt hier die SD-Karten-Schnittstelle. Diese ist auch notwendig, da sich bereits das Betriebssystem auf der Speicherkarte befindet.

Ansonsten hat das Gadget einen Ethernet-Anschluss und unterstützt WLAN. Damit keine Daten bei einer Unterbrechung der Stromversorgung verloren gehen, hat Focuswill einen 300-Milli-Ampere-Stunden-Akku integriert. Zu den weiteren Schnittstellen gehören ein Mikrofon-, Audio- und zwei USB-Ports. Ein Monitor kann an den VGA- und HDMI-Anschluss gestöpselt werden.

Angepasste Android-Version

Mit einem Gewicht von 1,2 Kilogramm und Ausmaßen von 395 mal 215 mal 34 Millimeter wirkt das Gerät handlich. Die Tastatur ist im QWERTY-Layout aufgebaut und beinhaltet einen Ziffernblock auf der rechten Seite. Zudem gibt es unterhalb der 104 Tasten ein kleines Touchpad. Auf den Seiten sind zwei Lautsprecher mit jeweils 0,7 Watt untergebracht.

Spannend ist in erster Linie, dass Focuswill beim Betriebssystem zwei Optionen bietet. Grundsätzlich wird Coolship mit Android 4.0 ausgeliefert. Wer möchte, kann eine angepasste Android-Version (Coolship OS) nutzen. Das chinesische Unternehmen hat hierfür einige Veränderungen vorgenommen, die den Nutzer an die Benutzeroberfläche von Windows erinnern soll.

Neben dem Betriebssystem ist der Preis einen Blick wert. Bei Indiegogo konnten sich Interessenten ein Coolship bereits für 89 US-Dollar (rund 69 Euro) sichern, wobei nur vier Gigabyte Flash-Speicher mitgeliefert werden. Mit acht Gigabyte Speicher kostete das Gadget 119 US-Dollar (rund 92 Euro). Auf der Website von Focuswill wird aktuell allerdings kein Preis genannt. Das Unternehmen verweist lediglich auf das britische Händlerportal New IT, das ab Ende April Coolship anbietet.