Product-Lifecycle-Management

Flugzeughersteller bauen PLM-Backbones

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Sowohl Boeing als auch der Konkurrent Airbus wollen ihr Produktdaten-Management firmenweit vereinheitlichen. Umfangreiche PLM-Systeme sollen ihnen helfen, Kosten zu sparen und besser mit den eigenen Firmenbereichen sowie ihren Kunden und Lieferanten zusammenzuarbeiten.

Auf CAD-Lösungen und Produktdaten-Management (PDM) greifen Boeing und Airbus schon seit Jahren zurück. Nun wollen beide Firmen ihren Wildwuchs an Systemen vereinheitlichen. Dabei geht es ihnen nicht darum, alle bestehenden Produkte auf einen Schlag abzulösen, sondern diese über ein langfristig angelegtes Projekt mit einer zentrale Product-Lifecycle-Management-Plattform (PLM) zu verbinden. Das Ziel dabei sind konzernweit einheitliche Produktstammdaten, die sich mit zahlreichen Applikationen nutzen lassen.

Boeing bringt alle Sparten auf Siemens PLM

Boeing hat angekündigt, auf Grundlage der Software "Teamcenter" von Siemens PLM Software ein PLM-Backbone für alle Geschäftsbereiche (darunter Luftfahrt, Rüstung und Raumfahrt) zu schaffen. In den nächsten Jahren will der Flugzeug- und Rüstungskonzern veraltete Programme für das Produktdaten-Management ablösen und deren Aufgaben an Teamcenter übergeben.

Teamcenter nutzte Boeing schon zuvor. Nun soll das Produkt eine deutlich größere Rolle spielen. An den bestehenden CAD-Lösungen wird der Konzern festhalten. Dazu zählt "Catia" von Dassault Systemes, "NX" von Siemens sowie "Pro/Engineer" von PTC. Vorausgegangen war ein umfangreicher Test verschiedener PLM-Lösungen.

EADS setzt auf PTC

Fast zeitgleich kündigte der Softwareanbieter und Siemens-PLM-Konkurrent PTC an, das PLM-Backbone für den Boeing-Wettbewerber EADS/Airbus zu stellen. Die Beweggründe des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns in Sachen PLM sind ähnlich. Auch EADS will interne Abläufe straffen und die Kosten senken. Auf der Grundlage von "Windchill" soll nun ein neues, zentrales PLM-System entstehen. Wie Boeing wollen auch die Europäer die Lösung über alle Firmenteile hinweg etablieren. Windchill war schon zuvor bei EADS im Einsatz. Bereits seit drei Jahren bindet der Konzern Kunden für den Großraumjet über "Digital Mock-Ups" in den Entwicklungsprozess ein.

Über Digital Mock-ups erzeugen Firmen virtuelle Versuchsmodelle und können so die Anzahl der kostspieligen Prototypen reduzieren. Boeing machte bei der Entwicklung des Jumbo-Jet-Nachfolgers 777 intensiven Gebrauch von Digital Mock-ups.

Nutzen will EADS die PLM-Technik für alle Konzernbereiche, neben der größten Sparte Airbus sind das die Hubschrauberentwicklung (Eurocopter), Satelliten und Raumfahrt (Atrium) sowie Verteidigung (Defense & Security).