Polnische Airline

Flugverkehr der LOT nach Hacker-Angriff wieder normal

22.06.2015
Nach einem Hacker-Angriff am Sonntagnachmittag konnte die polnische Airline LOT am Montag ihren Flugbetrieb wieder aufnehmen.

Der Vorfall werde von den Sicherheitsbehörden und dem Staatsschutz untersucht, teilte ein Unternehmenssprecher am Montag mit. Hacker hatten am Sonntagnachmittag das System der Bodencomputer angegriffen und lahmgelegt. Mit diesen Rechnern werden die Flugpläne des Allianzpartners der Deutschen Lufthansa ausgegeben.

In der Luft befindliche Maschinen wurden durch den Hacker-Angriff laut LOT nicht gefährdet.
In der Luft befindliche Maschinen wurden durch den Hacker-Angriff laut LOT nicht gefährdet.
Foto: LOT via Pinterest

Insgesamt 1400 Passagiere konnten nur mit zum Teil mehrstündiger Verspätung ihre Reise antreten oder mussten am Boden bleiben. Zehn Inlands- und internationale Verbindungen mussten gestrichen werden. Für die in der Luft befindlichen Maschinen habe durch den Angriff keine Gefahr bestanden, hieß es.

Laut Frank Kölmel, VP Central & Eastern Europe bei der Security-Firma Fireeye, ist der Vorfall kein Einzelfall. "Weltweit beobachten wir rund 400 Gruppierungen, die in der Lage sind, Systeme mit Advanced Persistent Threats über Monate hinweg unbemerkt anzugreifen. Wichtige Teile der Infrastruktur wie Fluglinien sind nicht selten Ziel dieser Angriffe", kommentiert der Experte. "Auf der ganzen Welt versuchen Kriminelle und staatlich unterstützte Akteure immer wieder, Infrastruktureinrichtungen anzugreifen und sich Zugang zu ihren Systemen zu verschaffen." Dabei gehe es ihnen häufig nicht darum, Betriebsstörungen hervorzurufen oder ihre Ziele öffentlich bloßzustellen. In vielen Fällen versuchten sie innerhalb groß angelegter Operationen, Grenzen auszutesten und herauszufinden, wie die angegriffenen Unternehmen und Einrichtungen reagieren. (dpa/tc)