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Flextronics-Chef Marks zieht sich zurück

13.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Flextronics-Chef Michael Marks will sein Amt Anfang kommenden Jahres niederlegen und als Chairman eine weniger aktive Rolle im Unternehmen einnehmen. Die Führung des in Singapur ansässigen, aber vom kalifornischen San José aus geleiteten Auftragsfertigers übernimmt ab dem 31. Januar der bereits für das Tagesgeschäft zuständige Chief Operating Officer (COO) Michael McNamara.

Der 53-jährige Marks leitet die Geschicke des Zulieferers von Firmen wie Dell, Microsoft (X-Box) oder Hewlett-Packard bereits seit 1994. Unter seiner Führung wuchs Flextronics von einem Betrieb mit weniger als 2000 Angestellten und 100 Millionen Dollar Jahresumsatz zum weltgrößten Auftragsfertiger für Elektronikprodukte mit knapp 100.000 Beschäftigten und 16 Milliarden Dollar Umsatz jährlich. Der Weg dahin verlief keineswegs geradlinig nach oben: Auf den Hightech-Boom der 90er Jahre folgte ein Einbruch, dem sich nach schmerzhafter Restrukturierung nun wieder eine Erholungsphase anschließt. Momentan stehen mit dem Verkauf der Mehrheitsbeteiligung zweier Tochtergesellschaften erneut Kurskorrekturen bei Flextronics an: Der Konzern will die auf die Errichtung und Wartung von Mobilfunkmasten spezialisierte Tochter Flextronics Networks Systems (FNS) mit der norwegischen Telavie A/S fusionieren. Außerdem führen die Kalifornier nach eigenen Angaben derzeit Verhandlungen über einen Verkauf von Flextronics Semiconductor Design. Flextronics erhofft sich von den beiden Deals Zusatzeinnahmen von 550 bis 600 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im Ende März abgelaufenen Geschäftsjahr 2004/05 steuerten die beiden Business-Units 840 Millionen Dollar zum Flextronics-Umsatz bei. (mb)