Biegsame Bildschirme

Flexible Displays, dünn wie Papier

22.10.2012
Von Ines Walke-Chomjakov
Biegsame Displays waren lange nur Vision. Jetzt entwachsen sie dem Entwicklungsstatus und stehen vor der Massenproduktion. Können wir Smartphones und Tablet-PCs bald einfach zusammenrollen?
Flexible Displays, dünn wie Papier
Flexible Displays, dünn wie Papier
Foto: Corning

Seit Jahren begleiten uns Studien zu biegsamen Displays. Jetzt werden aus Konzepten konkrete Produkte. Apple-Zulieferer Corning etwa macht mit Willow Glass von sich reden. Das biegsame Glas wurde im Juni auf der Branchenmesse Display Week gezeigt. Zuvor hatte Samsung seinem beweglichen Amoled-Schirm den Namen „Youm“ verpasst und Details veröffentlicht. Und auch LG ist bei den flexiblen Schirmen am Ball: Ein flexibles E-Ink-Display soll bereits produziert werden.

Flexibles Glas: unzerbrechlich, dünn und zum Rollen

Flexible Displays sollen biegsam und dünn sein. Sie dürfen aber nicht zerkratzen oder zerbrechen. Alle diese Eigenschaften könnten sich mit Willow Glass erfüllen. Mit nur 100 Mikron soll das Glas so dünn wie ein Blatt Papier sein. Ein Display ließe sich so nicht nur biegen, sondern sogar um Gegenstände wickeln. Laut Hersteller versiegelt Willow Glass Gegenstände hermetisch, ohne an optischen Eigenschaften einzubüßen. Ein weiterer Vorteil des Materials: Es soll Produktionstemperaturen von bis zu 500 Grad Celsius vertragen. Das ist mehr als bei Polymerfilmen und laut Corning eine zentrale Voraussetzung für die industrielle Herstellung im Rollenverfahren, die bisher unmöglich war. Einsatzgebiete für Willow Glass sind Smartphones, Tablet-PCs und Notebooks, aber auch Leuchtmittel oder Solarzellen. Laut Corning sind derzeit bereits Materialmuster an Kunden unterwegs, um neue Bildschirmlösungen voranzutreiben.