CIO-Agenda 2009

Flexibilität um jeden Preis verursacht Folgekosten

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Im Spiegel der Anwenderbefragungen erscheint die IT starr und langsam - teilweise zu Recht. Mehr Flexibilität und Agilität sind also nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus Imagegründen sinnvoll.

Angesicht des immer kurzlebigeren Geschäfts wird eine IT, die nicht flexibel und agil ist, dem Business immer hinterherhinken. Diese Feststellung hätten die etwa 30 Teilnehmer der Veranstaltung "CIO-Agenda 2009" ohne Wenn und Aber unterschrieben. Auch in diesem Herbst hatte die COMPUTERWOCHE wieder CIOs und IT-Vorstände nach Zürich eingeladen, wo sie unter der Leitung des Malik Management Zentrum St. Gallen, im Rahmen eines "Syntegration"-Workshops ihre Ziele für das kommenden Jahr konkretisieren konnten. In diesem Jahr lautete die Ausgangsfrage: "Wie lassen sich Flexibilität und Agilität in der IT erhöhen?"

Manfred Klunk, IT-Chef der KVB, fand eine griffige Definition für Flexibilität und Agilität.
Manfred Klunk, IT-Chef der KVB, fand eine griffige Definition für Flexibilität und Agilität.
Foto: Jo Wendler

Systematisch, wie CIOs nun einmal sind, hinterfragten die Damen und Herren zunächst einmal, was sich eigentlich hinter den Begriffen Flexibilität und Agilität verbirgt. Eine griffige Definition fand Manfred Klunk, Bereichsleiter IT der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB): "Flexibilität bedeutet: Ich kann einfach schneller reagieren. Agilität hingegen ist stärker zielorientiert." "Agilität ist proaktive Flexibilität", ergänzte Andreas Resch, CIO der Bayer AG und Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayer Business Services GmbH. Und Hans-Joachim Jürgens, IT-Chef der Deutz AG, Köln, stellte klar: "Agilität hat nichts mit Aktionismus zu tun."

Begriffsdefinitionen

  • Flexibilität bedeutet: die Möglichkeit, schneller zu reagieren.

  • Agilität ist proaktive Flexibilität.

  • In der Praxis wirkt sich Agilität als rasche und zielorientierte Unterstützung der Geschäftsprozess aus.

  • Aktionismus ist eine hohe Beweglichkeit ohne Zielorientierung, also eine Scheinagilität.

  • Scheinagilität ist weder proaktiv noch zielorientiert, sondern versucht nur, diesen Eindruck zu erwecken.

Folglich traf die Gruppe die Unterscheidung zwischen positiver und negativer Agilität. Wenn positive Agilität die schnelle und zielorientierte Unterstützung der Geschäftsprozesse ist, dann ist negative Agilität (oder Aktionismus) eine hohe Beweglichkeit, der es jedoch an Zielorientierung mangelt. Dazu gehört beispielsweise die Tendenz zum ständigen, hektischen Wechsel von Software-Releases.