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Flatrate: AOL gibt T-Online kontra

20.06.2000
Unbegrenzt surfen für 78 Mark im Monat

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - America Online (AOL) wird in Deutschland und Großbritannien mit echten Flatrate-Angeboten starten. Hierzulande wird der Preis für den pauschalen Internet-Zugang laut "Wall Street Journal" bei 78 Mark liegen. AOL unterbietet damit das vergleichbare Angebot des großen Rivalen T-Online um genau eine Mark (ist allerdings 33 Pfennig teurer als der Hamburger Anbieter NGI). Bislang kostet AOL knapp zehn Mark Grundgebühr, sechs Pfennig pro Einwahl und 3,9 Pfennig pro Online-Minute. Künftig stehen neben der Flatrate drei weitere Tarife zur Wahl:

AOL Classic: 9,90 Mark Grundgebühr und 3,9 Pfennig pro Minute, die Einwahlgebühr entfällt;

AOL Start: Zehn Mindeststunden pro Monat bei 2,8 Pfennig pro Minute = mindestens 16,80 pro Monat, sowie

AOL Top: 30 Mindeststunden pro Monat bei 2,2 Pfennig pro Minute = mindestens 39,60 Mark pro Monat.

Der Flatrate-Tarif für Großbritannien steht indes noch nicht fest, er soll "in wenigen Wochen" mitgeteilt werden. Derzeit zahlen britische AOL-Kunden gut 30 Mark monatliche Grundgebühr und drei Pfennig pro Minute. Im Inselkönigreich ist die Konkurrenz schon ungleich größer als in Deutschland. Zudem hatte die dortige Regulierungsbehörde Oftel unlängst British Telecom dazu verpflichtet, Konkurrenten ihr Netz zum Pauschalpreis zu öffnen.

In Deutschland können die Konkurrenten des einstigen Staatsmonopolisten Deutsche Telekom davon vorerst nur träumen. Sie müssen die so genannte Letzte Meile zum Kunden noch immer nach Minuten abrechnen und laufen damit Gefahr, mit Flatrate-Angeboten Verluste zu machen. Heddendorp geht aber davon aus, dass auch hierzulande mittelfristig eine Regelung nach britischem Vorbild etabliert wird. Dann sei ein Pauschaltarif von "deutlich unter 50 Mark" möglich. Erst solch günstige Tarife würden dem elektronischen Handel zum Durchbruch verhelfen, so der AOL-Mann.