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FJH schließt Umbau im Vorstand ab

01.07.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mit der Bekanntgabe zweier neuer Personalien schließt die FJH AG ihre in der vergangenen Woche eingeleitete Umbildung des Vorstands ab. Wie der Münchner Anbieter von Versicherungssoftware mitteilt, wurde Sven-Roger von Schilling mit sofortiger Wirkung zum neuen Finanzchef ernannt. Der 37-jährige Manager ersetzt Thomas Meindl, der sein Amt mit der Feststellung der Bilanz 2004 durch den Aufsichtsrat niedergelegt hat und das Unternehmen "in beiderseitigem Einvernehmen" zum 31. Juli verlassen wird (siehe auch: "FJH entlässt Finanzchef"). Von Schilling war früher unter anderem als Consultant bei McKinsey sowie als Finanzchef bei Syzgy AG und Gauss Interprise tätig und arbeitete seit längerem als unabhängiger Berater für FJH.

Gleichzeitig scheidet der stellvertretende Vorstandsvorsitzende und Vertriebschef Rainer Herbers am heutigen Freitag nach 14 Jahren aus dem Unternehmen aus. Als Grund nannte FJH unterschiedliche Auffassungen in Fragen der Geschäftspolitik.

Mit der Vorlage des Jahresabschlusses löste Ulrich Korff den Mitbegründer Manfred Feilmeier nach 25 Jahren an der Unternehmensspitze ab. Der langjährige FJH-Mitarbeiter Thomas Junold rückte in den Vorstand auf. Der Vorstandsvertrag mit Bernd Dexheimer wurde - angeblich auf dessen Wunsch und einvernehmlich - beendet.

Letztes ursprüngliches Vorstandsmitglied ist der Firmenmitbegründer Michael Juncker, der vornehmlich für das Innovations-Management bei FJH zuständig ist.

Mit dem veränderten Team sehen sich die Münchner gut aufgestellt, um die Restrukturierung zügig voranzutreiben und FJH wieder auf Erfolgskurs zu bringen. Dazu beitragen sollen auch eine Kapitalerhöhung und die Ausgabe einer Wandelschuldverschreibung, über die insgesamt 14 Millionen Euro in die Unternehmenskassen fließen.

Der ehemalige Börsenliebling hatte am Dienstag vergangener Woche mit deutlicher Verspätung seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2004 vorgelegt (siehe auch:" FJH präsentiert tiefrote Bilanz"). Demnach schrumpfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 120,1 Millionen auf 67,7 Millionen Euro. Nachdem im Vorjahr noch ein Nettogewinn von 4,3 Millionen Euro erzielt worden war, verbuchte das Unternehmen 2004 einen heftigen Verlust in Höhe von 122,5 Millionen Euro. (mb)