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FJA: Oase in der gebeutelten Softwarebranche

ist freier Journalist in München
Ungebrochenes Wachstum, solide Geschäftspolitik und eine unaufgeregte Mitarbeiterorientierung: So präsentiert sich das Software- und Beratungsunternehmen FJA, das sich auf die Versicherungsbranche spezialisiert hat.

Während viele Firmen froh sind, einigermaßen über die Runden zu kommen, zeigt die Performance der FJA AG eindrucksvoll nach oben. Für ihre überdurchschnittliche Geschäftsentwicklung und Transparenz gegenüber den Finanzmärkten wurde das Münchner Softwarehaus vom Anlegermagazin "Focus Money" mit einem Spitzenplatz ausgezeichnet. Warf man anderswo das von Aktionären und Kunden eingesammelte Geld gleich in hohem Bogen aus dem Fenster, wird bei FJA mit Argusaugen darüber gewacht, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Die Versicherungsexperten schreiben nicht nur schwarze Zahlen, sondern investieren auch viel Geld in ihre Mitarbeiter. Allein in den vergangenen drei Jahren verdoppelte sich der Personalbestand auf nunmehr fast 1000 Mitarbeiter. Im Idealfall sucht FJA Informatiker und Mathematiker, wenn möglich mit ersten Erfahrungen aus dem Finanzdienstleistungsbereich, wie zum Beispiel Bettina Hitzig und Daniel Weijand.

Fünftägiges Einführungsseminar

Bettina Hitzig

Während Hitzig nach dem Abitur zuerst eine Banklehre durchlief und dann "wegen der größeren Praxisnähe" an der FH Karlsruhe Informatik studierte, entschied sich Weijand für ein theoretisches Mathematikstudium an der TU München. "Ich wollte neue Dinge kennen lernen, für die es bisher noch keine Anwendungen gibt." Um den Praxisbezug nicht aus den Augen zu verlieren, belegte er das Nebenfach Informatik. Wie die meisten Mitarbeiter des Softwarehauses, das eine Akademikerquote von 90 Prozent aufweist und mit einem Frauenanteil von 28 Prozent weit über dem Branchendurchschnitt rangiert, besuchten Hitzig und Weijand anfangs ein fünftägiges Einführungsseminar an der firmeneigenen Akademie, um sich mit Unternehmen, Podukten und kulturellen Besonderheiten vertraut zu machen.

Von der FJA Akademie, die vor zwei Jahren gegründet wurde, profitieren laut Personalchef Rolf Schwaneberg beide Seiten: der Mitarbeiter, weil er eine praxisnahe Zusatzausbildung erhält, die ihn auch persönlich weiterqualifiziert, und das Unternehmen, weil der Mitarbeiter ideal auf seine Aufgaben vorbereitet und mit den Produkten und Dienstleistungen vertraut gemacht wird.

Schwerpunkt Versicherung

Daniel Weijand

Dreh- und Angelpunkt ist die Standardsoftware FJA Life Factory. Damit entwickeln und verwalten Versicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds ihre Produkte und Bestände. Regelmäßig werden Releases erstellt, in denen neue gesetzliche Vorgaben und Produktanforderungen umgesetzt werden, wie sie zum Beispiel aktuell durch die Riester-Rente hervorgerufen werden. Aufgabe der FJA-Softwareentwickler ist es, die Standardsoftware ständig weiterzuentwickeln und an die Bedürfnisse der Versicherungsunternehmen anzupassen. Auch Bettina Hitzig, die seit April an Bord ist, trägt ihren Teil dazu bei. Weil sie bereits im Studium mit C++ entwickelte, hat sie eine wichtige Aufgabe in einem Kundenprojekt übernommen. In einem zehnköpfigen Team gilt ihr Augenmerk dem nicht-mathematischen Teil; verantwortlich ist sie für die Abfolge von Dialogen und die Anpassung der Software an die kundenspezifischen Prozesse.

Unmittelbarer Kundenkontakt ist dazu nicht erforderlich. Ein wichtiger Aspekt für Hitzig und ihren Kollegen Weijand. Schließlich haben sie sich auch deshalb für FJA entschieden, weil sie dort nicht dauernd auf Reisen sein müssen. "Fünf Tage die Woche unterwegs zu sein", sagt Weijand, "ist keine reizvolle Perspektive für mich." Auch mit der Arbeitszeitvereinbarung sind die beiden Entwickler zufrieden. Weijand: "Ich kenne Leute, die zwar einen 40-Stunden-Vertrag haben, aber in der Woche zwischen 60 oder 70 Stunden arbeiten müssen, ohne dass es finanziell ausgeglichen wird." Anders bei FJA: Hier wird Mehrarbeit mit Freizeit ausgeglichen.

Unbürokratisches Vorgehen

Laut Personalchef Schwaneberg hat die Balance zwischen beruflichen Anforderungen und dem privaten Bereich hohe Priorität. Wird in Spitzenzeiten intensiv in Projekten gearbeitet, nimmt man einige Tage frei, wenn wieder ein wenig Luft ist. Das geht ohne viel Papierkram. Auch bei der Mitarbeiterbetreuung verzichtet FJA auf starre Regeln: So können die neuen Kollegen ihre Tutoren nicht nur in fachlicher und organisatorischer Hinsicht um Rat fragen, sondern mit ihnen auch ein Bier trinken oder sich zum Training im hauseigenen Fitnesszentrum treffen. Auch die Nebenleistungen können sich sehen lassen, wie etwa eine attraktive Altersversorgung, finanzielle Unterstützung beim Umzug, die eigene Kantine sowie kostenlose Getränke.

Das zweifellos stärkste Argument, sich an FJA auf längere Zeit zu binden, sind die ausgezeichneten Weiterbildungsperspektiven. Unter dem Dach der Akademie finden sich zahlreiche Angebote: Auch für Weijand ist ein Traum in Erfüllung gegangen, als er vor wenigen Monaten die Chance erhielt, sich zum Aktuar qualifizieren zu lassen. Versicherungsmathematiker sind nämlich die heimlichen Könige der Branche: Ihr Wissen ist Gold wert in einer Zeit, in der um jeden einzelnen Cent gerungen wird.

FJA AG

Leonhard-Moll-Bogen 10, 81373 München

Tel: 089 769 010. www.fja.com

Mitarbeiterzahl: knapp 900, davon rund 500 IT-Mitarbeiter.

Umsatz 2001: 112 Millionen Euro.

Ansprechpartner für Bewerber: Alexandra Heubuch.E-Mail: jobs@fja.com

Bewerber-Hotline: 0800/Jobs FJA oder 0800/562 73 52.

Einstellungsbedarf in 2002: 200 Neueinstellungen, davon 100 IT-Fachkräfte.

Gesuchte Fachrichtungen: Informatik, Wirtschaftsinformatik, Mathematik, Wirtschaftsingenieurwissenschaften.

Geforderte Qualifikationen: Ideal sind erste Berufserfahrungen in der Versicherungs- oder IT-Branche. Zudem sind Teamgeist, Dienstleistungsorientierung und Kommunikationsfähigkeit wichtig.