Ordentlich profitabel, BTW

Fitness-Spezialist Fitbit geht an die Börse

08.05.2015
Während Skeptiker das Geschäft mit Fitness-Armbändern nach der Ankunft der Apple Watch hinterfragen, wagt Branchenpionier Fitbit den Börsengang. Eine Überraschung in den nun veröffentlichten Zahlen ist der solide Gewinn.

Die vor allem für ihre Fitness-Armbänder bekannte US-Firma Fitbit geht an die Börse. Die Aktienplatzierung soll laut Börsenprospekt 100 Millionen Dollar einbringen, das könnte aber auch nur ein Platzhalter-Wert sein. Jetzt weiß man, dass Fitbit im vergangenen Jahr knapp elf Millionen Geräte verkaufte und den Umsatz mit gut 745 Millionen Dollar nahezu verdreifachte. Damit gelang dem Unternehmen aus San Francisco auch der Sprung in schwarze Zahlen mit einem Gewinn von knapp 131,8 Millionen Dollar.

Die aktuelle Fitbit-Produktpalette
Die aktuelle Fitbit-Produktpalette
Foto: Fitbit

Die Marktposition der Anbieter solchen Fitness-Zubehörs wird von einigen Experten angesichts des erwarteten Booms bei Computeruhren in Frage gestellt. So ist die neue Apple Watch ebenfalls stark auf Fitness-Funktionen fokussiert. Skeptiker argumentieren, dass Fitness-Bänder von den Smartwatches mit ihren vielen Funktionen verdrängt werden - ähnlich, wie MP3-Player den Smartphones weichen mussten. Fitbit-Manager kontern, der unerschlossene Markt sei noch so groß, dass für diverse Geräte Platz sei.

Fitbit baute zuletzt die Produktpalette mit einem Fitnessband mit Herzfrequenzsensor sowie einer Sportuhr aus. Im ersten Quartal dieses Jahres wurde der Umsatz mit fast 337 Millionen Dollar mehr als verdreifacht. Der Gewinn erreichte knapp 48 Millionen Dollar nach nur 9 Millionen im Vorjahresquartal.

In den vergangenen zwei Jahren ist Fitbit explosiv gewachsen. Noch 2012 war der Umsatz mit gut 76 Millionen Dollar fast zehn Mal niedriger und es wurden erst 1,3 Millionen Geräte verkauft. Seit dem Start 2007 brachte Fitbit insgesamt rund 20 Millionen Fitness-Tracker in den Markt. Neben Armbändern, die vor allem Schritte und verbrauchte Kalorien zählen, hat Fitbit auch eine vernetzte Waage im Angebot. Außerdem steckte die Firma viel Arbeit in die Software, in der die Daten zusammengeführt und ausgewertet werden. Das Unternehmen hatte zuletzt 579 Mitarbeiter.

Dabei musste Fitbit vor gut einem Jahr einen empfindlichen Dämpfer einstecken. Das neue Topmodell Force wurde Anfang 2014 vom Markt genommen, nachdem sich einige Nutzer über Probleme mit Hautausschlag beschwert hatten. Die Rückrufaktion kostete Fitbit insgesamt mehr als 100 Millionen Dollar, wie jetzt bekanntwurde. Die damit verbundenen Sammelklagen seien beigelegt worden.

Fitbit hat viele Konkurrenten. So besserten Rivalen wie Jawbone ihre Fitness-Armbänder vor dem Start der Apple-Uhr ebenfalls nach. Zudem sind Elektronik-Riesen wie Samsung, LG oder Huawei auch schon in dem Geschäft aktiv. Und der chinesische Smartphone-Aufsteiger Xiaomi will Druck auf die Preise mit einem Fitness-Armband für etwas über zehn Euro machen.

Große Fitbit-Anteilseigner sind vor dem Börsengang vor allem Geldgeber wie True Ventures und Foundry Fund. Die Gründer James Park und Eric Friedman halten jeweils knapp elf Prozent der Aktien. (dpa/tc)