Studie zum Business Process Management

Firmen wollen integriertes BPM in Business-Anwendungen

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Separate Werkzeuge für das Geschäftsprozess-Management sind nicht mehr zeitgemäß. So der Tenor einer aktuellen Studie mit 300 Fachbereichsleitern.

Eine Deutliche Botschaft an die Adresse der Applikationsanbieter: Die Anwenderunternehmen wüssten es zu schätzen, wenn reichhaltige Funktionen für das Business-Prozess-Management (BPM) in die Fachanwendungen integriert wären. Das ergab eine aktuelle Umfrage des Digital Intelligence Institute (dii) in Köln, in deren Rahmen mehr als 300 Fachbereichsverantwortliche Rede und Antwort standen.

Dass Business-Applikationen prozessorientiert eingesetzt werden, steht der Studie zufolge außer Frage. Mehr als drei Viertel der Befragten halten diesen Aspekt der Nutzung für wichtig oder sogar sehr wichtig (52 Prozent). Ein Großteil der in Frage kommenden Anwendungen verfügt aber, so das dii, allenfalls über eine Workflow-Unterstützung einzelner Funktionen. Unternehmen, die eine zeitgemäße Prozesssteuerung wollten, müssten deshalb separate BPM-Werkzeuge einführen.

61 Prozent wollen ein integriertes System

Diese Einschätzung wird durch die Umfrageergebnisse untermauert: Fast zwei Dritteln der Studienteilnehmer reicht die in ihren Anwendungen enthaltene Workflow-Unterstützung entweder gar nicht aus (39 Prozent) oder zumindest nur "mit sehr groeßen Einschränkungen". Vor die Wahl gestellt, ein separates BPM-Tool einzuführen oder eine Business-Anwendung mit integrierten Prozess-Management zu kaufen, würden sich 61 Prozent der Befragten für Letzteres entscheiden.

Vorteile von PBM-Tools in Applikationen

Zugunsten eines integrierten Werkzeugs sprechen folgende Argumente:

  • Für 66 Prozent ist die Trennung von Anwendung und Prozess nicht mehr zeitgemäß.

  • 64 Prozent hoffen, die Prozesse der Fachanwendungen würden durch eine integrierte Lösung gezielter unterstützt.

  • 61 Prozent vermuten, dass die Implementierung weniger koste.

  • 58 Prozent sehen, dass so die doppelte Projektierung enfällt.

  • Wie 39 Prozent ergänzen, bringt die Integration von Applikation und Ablauf den Nutzern ein "anwendungsnahes Prozessdenken" näher.

Das bringen separate BPM-Werkzeuge

Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die für eine Trennung von BPM und Anwendung sprechen:

  • Mit 53 Prozent an erster Stelle der Nennungen steht, dass es derzeit einfach keine Applikation mit integrierten Prozess-Tool am Markt gebe.

  • 44 Prozent der Befragten sagen, dass ein Extra-Tool die Prozessintegration in andere Unternehmensabläufe verbessere.

  • 41 Prozent führen die höhere Spezialisierung des Werkzeugs ins Feld.

  • 37 Prozent finden das Anwendungs-Handling einfacher, wenn das Prozess-Tool draußen bleibt.

  • Für 33 Prozent macht die getrennte Implementierung das Gesamtsystem flexibler.