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Firefox-Zuwachsrate flaut ab

01.03.2005
Zum ersten Mal seit langer Zeit surften laut WebSideStory zuletzt weniger als 90 Prozent der US-Amerikaner mit dem IE. Firefox holt weiter auf, legte zuletzt aber langsamer zu.

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der aktuellen Browser-Statistik von WebSideStory zufolge schwächt sich die Ausbreitung des Open-Source-Browsers "Firefox" von Mozilla langsam ab. Am 18. Februar waren den Marktforschern zufolge 5,7 Prozent der Surfer mit dem Firefox unterwegs, weitere 2,5 Prozent verwendeten den vollumfänglichen Mozilla-Client beziehungsweise Netscape. 1,9 Prozent nutzten andere Browser (hauptsächlich Apples "Safari" und "Opera").

Auf 89,9 Prozent und damit erstmals seit langem wieder unter 90 Prozent gefallen ist Microsofts technisch in die Jahre gekommener "Internet Explorer". Der Konzern hat aber bereits angekündigt, mit dem nächsten Update für Windows XP - und damit vor Longhorn - den aufgefrischten IE 7 ausliefern zu wollen. Die Redmonder reagieren damit auf die wachsende Popularität alternativer Browser, vor allem des Firefox.

Dessen Ausbreitung schwächt sich allerdings ab, was nicht unbedingt überrascht, nachdem nun der erste Early-Adopter-Enthusiasmus verraucht ist. Seit seiner Einführung Anfang November wurde der Standalone-Browser von Mozilla immerhin schon fast 27 Millionen Mal heruntergeladen. In den fünf Wochen bis zu 18. Februar betrug der von WebSideStory gemessene Zuwachs indes nur noch 15 Prozent. In den fünf Wochen nach dem Firefox-Launch waren es noch 34 Prozent gewesen.

Die genannten Zahlen beziehen sich übrigens auf die USA. Im Rest der Welt, wo WebSideStory ebenfalls Messungen durchführt, sieht es zum Teil ganz anders aus. Deutlich Firefox-freundlicher ist etwa Deutschland, wo 18,8 Prozent mit dem Mozilla-Browser surfen und nur noch 73 Prozent mit dem Internet Explorer. Dafür nutzen in China nur 1,1 Prozent den Firefox und 98,5 Prozent den IE; in Japan und Korea steht Firefox kaum besser da.

"Das ist wirklich von Land zu Land unterschiedlich", erklärte Geoff Johnston, Analyst bei WebSideStory. "Asien hat Microsofts Produkte schon immer geliebt, während das in einigen europäischen Ländern gerade umgekehrt ist, und die USA sind immer irgendwo in der Mitte. Das hat etwas mit kulturellen Vorlieben zu tun."

Johnstons Chef Jeff Lunsford ergänzte: "Im Dezember hatte es den Anschein, als könnte Firefox schon Mitte 2005 und damit vor dem erklärten Ziel der Mozilla Foundation Ende des Jahres zehn Prozent Marktanteil erreichen. Angesichts der aktuellen Zuwächse scheint Ende des Jahres noch machbar, aber die Jahresmitte ist unwahrscheinlich." (tc)