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Fibernet schließt Netze in Deutschland und Frankreich

28.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Pleite von KPNQwest hat auch für den Londoner Provider Fibernet Konsequenzen. Das Unternehmen schließt laut Marketing-Direktor Nigel Pitcher seine Datennetze in Deutschland sowie Frankreich und will lediglich den Betrieb seines Metropolitan Area Network (MAN) in Frankfurt aufrechterhalten.

Zu diesem Schritt sieht sich Fibernet genötigt, weil rund 80 Prozent des 7000 Kilometer umfassenden Glasfasernetzes in Deutschland und Frankreich auf der Infrastruktur von KPNQwest basiert. Fibernet hatte von dem Amsterdamer Carrier die Glasfasern für rund 24 Millionen Dollar auf 20 Jahre geleast. Theoretisch könnte Fibernet einen neuen Netzverbund auf der Infrastruktur eines anderen Carriers aufbauen. Allerdings rechnet die Unternehmensführung in der derzeitigen Marktsituation nicht damit, dass sie das hierzu erforderliche Kapital von den Banken bekommt. Ebenso wenig glaubt das Management, dass die Börse bereit wäre, Geld in ein TK-Unternehmen zu stecken, zumal in Europa noch immer ein Überangebot an Breitbandkapazitäten besteht.

Deshalb versucht Fibernet nun, seine Kunden rechtzeitig zum Umstieg auf einen anderen Netzbetreiber zu bewegen. Zwar funktioniert die Infrastruktur von KPNQwest noch, doch es sei nur ein Frage der Zeit bis etwa ein Energieversorger aufgrund unbezahlter Rechnungen den Strom abschalte und damit das Netz stehe. (hi)