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Feuerprobe für neue Spiele-Konsolen auf der Games Convention

19.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Karten auf dem deutschen Spielekonsolen-Markt werden neu gemischt. In den nächsten Monaten kommen zwei neue Geräte in die Läden, mit denen die Hersteller große Hoffnungen verknüpfen. Microsoft will mit der "Xbox 360" endlich zur "Playstation" des bislang unangefochtenen Marktführers Sony aufholen. Und Sony wiederum will mit der handlichen "PSP" endlich die Dominanz von Nintendo bei mobilen Spielen brechen. Die Gamer können sich auf einen Qualitätssprung bei Bild und Sound sowie neue Spiele freuen. Auf der Games Convention in Leipzig treten die Rivalen mit den neuen Geräten vor das deutsche Publikum.

"Zum Weihnachtsgeschäft sind wir unter den Konsolen der dritten Generation die Nummer eins", freut sich Xbox-Europa-Chef Chris Lewis. Marktführer Sony lässt sich allerdings nicht aus der Ruhe bringen und konzentriert sich zunächst einmal auf das mobile Spielen. "Die Playstation 3 - die zeigen wir nächstes Jahr auf der Games Convention", sagt Uwe Bassendowski, Chef von Sony Computer Entertainment Deutschland, gelassen.

Derweil verspricht Sony ein "Feuerwerk an Inhalten" für seine Playstation Portable (PSP). Fast alle führenden Hollywood-Studios seien bereit, Filme in dem Sony-eigenen Format UMD anzubieten, sagt Bassendowski. In den USA seien bereits mehr als 100.000 Filme für die PSP verkauft worden. Auf dem Messegelände in Leipzig sollen sich die potenziellen Kunden selbst überzeugen können. Gegen Vorlage eines Personalausweises können Messebesucher einen Tag lang die PSP testen.

Eine mobile Variante der Xbox ist in Redmond unterdessen nicht geplant. Dafür will Microsoft als einziger Hersteller unter den großen drei - Sony, Nintendo und Microsoft - sein High-Tech-Spielzeug Xbox 360 noch zum Weihnachtsgeschäft zeitgleich in den USA und Europa in zwei Varianten in den Handel bringen. Um Engpässe bei der Auslieferung zu vermeiden, setzt das Unternehmen auf insgesamt drei große Hersteller, die unabhängig voneinander die Geräte produzieren sollen.

Zum geplanten Start voraussichtlich im November will Microsoft die Xbox 360 in einer Pro- und einer Grundversion anbieten. Die "Luxus- Ausgabe" soll mit zusätzlichen Peripherie-Geräten für 399 Euro verkauft werden. Die Grundversion ("Core System") kommt ohne Festplatte aus und soll 299 Euro kosten. Die 20 GByte fassende Festplatte, die viele Spiele ohnehin nicht bräuchten, sei aber nachrüstbar, sagte Marketing-Manager Martin Bachmayer. Auf ihr können zum Beispiel auch Fotosammlungen oder Musikstücke von Apples iPod verwaltet und abgespielt werden. Beim Einzel-Zukauf würde das Nachrüsten auf das Niveau der "Luxus"-Variante - zum Beispiel mit einem schnurlosen Controller - insgesamt 200 Euro kosten, das Doppelte des Preisunterschieds.

Während Microsoft in den drei Jahren der Xbox nach Angaben von Bachmayer insgesamt 21,9 Millionen Konsolen verkauft hat, konnte Nintendo 18,76 Millionen seiner "GameCubes" absetzen. Das japanische Traditionshaus setzt derzeit vor allem auf seine Markstärke bei mobilen Konsolen. Seit dem Start im vergangenen Sommer konnte das Unternehmen nach Angaben von Deutschland-Chef Bernd Fakesch allein in Deutschland 160.000 "Nintendo DS" absetzen. Und noch in diesem Jahr soll mit dem "GameBoy Micro" die kleinste mobile Konsole der Welt auf den Markt kommen. Und mit den verspielten und kuschelbedürftigen digitalen Vierbeiner "Nintendog" will das Unternehmen auch Menschen gewinnen, die bislang noch keine Konsole in der Hand gehabt haben.

Eine neue stationäre Konsole der nächsten Generation will Nintendo wie auch Sony voraussichtlich im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Die "Revolution" soll neben einer Internet-Verbindung vor allem abwärtskompatibel sein und damit alle älteren Spiele unterstützen. Zu der neuen Konsole, über die bislang nur wenig bekannt ist, werde es "schon sehr bald" mehr Informationen geben, kündigt Fakesch an. (dpa/tc)