Cloud Studie

Fehlende Standards behindern Integration

10.11.2010
Von 
Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.

Hinzu kommt, dass es bislang zu wenig De-facto- bzw. De-jure-Standards in bestimmten Bereichen gibt, etwa für die Zusicherung der Service-Verfügbarkeit im Bereich der Shared Services. Auch Service-Provider und IT-Integratoren beteiligen sich am Begriffswirrwarr. Diese bezeichnen sich nun als "Virtual Service Provider", obwohl sie oft nur klassische Outsourcing-Leistungen erbringen. Das sind der Betrieb und die Wartung von Applikationen und IT-Infrastrukturen.

Kein Cloud-Abenteuer

Es gibt - abhängig von der Infrastruktur - verschiedene Hosting-Umgebungen. Das reicht vom klassischen Outsourcing bis zur dynamischen Modellen für die Bereitstellung von IT-Leistungen.
Es gibt - abhängig von der Infrastruktur - verschiedene Hosting-Umgebungen. Das reicht vom klassischen Outsourcing bis zur dynamischen Modellen für die Bereitstellung von IT-Leistungen.

Statt sich Hals über Kopf in ein Cloud-Abenteuer zu stürzen, müssen Unternehmen zunächst eine Analyse über den zu erwartenden geschäftlichen Nutzen durchführen. Das erfordert eine klare Sicht auf die eigenen technologischen Möglichkeiten im Hinblick auf die Integration von und die Interoperabilität mit bestehenden Cloud-Computing-Angeboten.

Werden zugleich interne und externe gehostete Services miteinander kombiniert, müssen diese ebenfalls orchestriert, eingebunden und verwaltet werden. Auch ist zu klären, welche Cloud-Services benötigt werden und welchen Einfluss diese auf die eigene Organisation und den Arbeitsalltag der Endanwender haben.

7-Punkte-Plan

Die Marktforscher raten Firmen, die sich mit Cloud Computing beschäftigen und Cloud-Services nutzen wollen, einen konkreten Business Case dafür zu definieren. Folgende sieben Punkte sind dabei zu berücksichtigen:

1. Der Grad der Interoperabilität und Integration mit vorhandenen Systemen und Services.
2. Richtlinien zur Datensicherung, zum Risiko-Management sowie zu IT-Sicherheit und Compliance. Diese hängen davon ab, wo die Geschäftsdaten gespeichert sind.
3. Geschäftsrisiken abschätzen für den Fall, dass ein Cloud-Service über einen längeren Zeitraum nicht verfügbar ist.
4. Management-Aspekte, wie etwa Service-Management, Konfigurations-Management, Service Desk und Support.
5. Skalierbarkeit der IT-Architektur. Das ermöglicht den bedarfsgerechten Bezug von Services, etwa in Form von Rechenleistung.
6. Konzepte für Business Continuity und Disaster Recovery.
7. Möglichkeit, den IT-Lieferanten schnell und problemlos zu wechseln.

Quelle: CIO.de