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FBI-Software - der zweite Versuch

09.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Innerhalb der kommenden fünf Jahre will das Federal Bureau of Investigation, besser bekannt unter dem Kürzel FBI, sein System für die Verwaltung und Verteilung von Informationen modernisiert haben. Das teilte die US-Behörde jetzt mit, nachdem sie wegen des vorangegangenen Misserfolgs wiederholt kritisiert worden war. Der zweite Versuch trägt den Code-Namen "Sentinel" und soll - im Gegensatz zum fehlgeschlagenen Vorgängerprojekt - Software von der Stange verwenden.

Wie der Börseninformationsdienst "The Wall Street Journal Online" meldete, musste sich der Chief Information Officer des FBI, Zamai Azmi, unter anderem gegen den Vorwurf verteidigen, die "elektronische Akte" sei aufgrund fehlenden Programm-Management-Know-hows und einer hohen Fluktuation unter den IT-Managern gescheitert. Azmi beteuerte, das FBI verfolge hinsichtlich der Informationstechnik mittlerweile einen "koordinierten, strategischen Ansatz".

Seit dem terroristischen Angriff auf das World Trade Center am 11. September 2001 steht die Polizeibehörde unter dem Druck, ihr weitgehend papiergestütztes Informationssystem zu digitalisieren. Fast vier Jahre lang mühte sie sich mit dem "Virtual Case File" genannten Projekt ab, bevor FBI-Direktor Robert Mueller es Anfang dieses Jahres endgültig für gescheitert erklärte.

Für das Sentinel-Vorhaben wurden jetzt 80 Programm-Manager trainiert, so die Online-Ausgabe des "Wall Street Journal" weiter. Mit einer Ausschreibung für die Software ist im Juli zu rechnen, so dass gegen Ende des Jahres die Verträge unterzeichnet sein könnten. Was das neue System kosten darf, wollte Azmi selbstverständlich nicht verraten. Er deutete jedoch an, dass der Aufwand wohl höher sein werde als die 170 Millionen Dollar, die für Virtual Case File in den Wind geschriebenen wurden. (qua)