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FBI: Firmen sollen Hackerangriffe melden

10.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Aus Angst vor potenziellen Imageschäden sieht das Gros der Unternehmen davon ab, Angriffe durch Hacker anzuzeigen, so ein Bericht des "Wall Street Journal Online". Angesichts der raschen Verbreitung des Identitätsdiebstahls sowie der Tatsache, dass Terroristen das Internet zunehmend für ihre Zwecke nutzten, sei die diesbezügliche Zurückhaltung von Seiten der Firmen problematisch, warnte Robert Mueller, Investigation Director beim Federal Bureau of Investigation (FBI), auf einer Sicherheitskonferenz. "Ein Befehl, der übers Netz an den Kontrollrechner eines Kraftwerks geschickt wird, kann ebenso tödlich sein wie ein Rucksack voller Sprengstoff", erläuterte der FBI-Experte.

Nach den Ergebnissen einer Untersuchung des FBI und des Computer Security Institute (CSI) haben im vergangenen Jahr lediglich 20 Prozent der Unternehmen unberechtigte Zugriffe auf ihre Computer zur Anzeige gebracht. Der am häufigsten genannte Grund für das Schweigen ist die Befürchtung, Geschäft an Wettbewerber und bei den Kunden an Ansehen zu verlieren.

Mueller versprach, das FBI werde künftig sensibler mit Informationen über Hackerangriffe umgehen. "Wir haben erkannt, dass ein Razzia-ähnliches Vorgehen in solchen Situationen nicht die beste Methode sein mag." Dennoch müssten die Unternehmen ihre Ängste überwinden, da ihnen ihre Verschwiegenheit auf lange Sicht nicht helfen werde. "Ein Problem, das uns nicht bekannt ist, können wir nicht untersuchen", gab Mueller zu bedenken. (kf)