Trends 2013

(Fast) Alles wird anders

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Die Analysten blicken trotz wirtschaftlicher Unsicherheit zuversichtlich in das Jahr 2013. Ihre Prognosen konzentrieren sich auf die Kernthemen Mobile, Cloud Computing, Big Data und soziale Technologien.
Dieses Jahr nehmen die vier großen Kernthemen Mobile, Cloud Computing, Social Web und Big Data noch einmal an Fahrt auf.
Dieses Jahr nehmen die vier großen Kernthemen Mobile, Cloud Computing, Social Web und Big Data noch einmal an Fahrt auf.
Foto: Tryfonov/Fotolia.com

Das Jahr 2013 setzt fort, was 2012 begonnen wurde. Mit einem Unterschied: Die Transformation der klassischen IT in eine Welt, in der die großen Trends Mobile, Cloud Computing, Social Web und Big Data dominierend werden, nimmt noch einmal Fahrt auf. Die IDC-Analysten sprechen von der "3rd Platform". In eine ähnliche Richtung geht Gartners "Nexus of Forces".

Nach Angaben von IDC steigen die weltweiten IT-Ausgaben auf 2,1 Billionen Dollar, was einem Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In den nächsten sieben Jahren sollen 90 Prozent des Wachstums durch Technologien der 3rd Platform erwirtschaftet werden. Gleichzeitig steigern die aufstrebenden Länder in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika ihren IT-Bedarf: Insgesamt geben sie mit 730 Milliarden Dollar fast neun Prozent mehr aus als 2012.

Impulse im Mobile-Geschäft

Bewahrheiten sich die Prognosen, dürfte 2013 zu einem guten Jahr für die IT-Wirtschaft werden. So glaubt IDC, dass allein 65 Milliarden Dollar in Industrielösungen investiert werden, die sich auf die vier Kerntrends beziehen. "Die größte Dynamik liegt in Bereichen wie öffentliche Sicherheit, Vermarktungsanalysen oder Smart-City-Konzepten", meint Frank Gens, Senior Vice President und Chief Analyst bei IDC.

Viel Geld wird auch mit "Showrooming" umgesetzt. Allein in den USA wickelten rund 50 Millionen Bürger ihre Weihnachtseinkäufe 2012 am Smartphone oder Tablet ab. Der Umsatz hat sich innerhalb eines Jahres von 20 Millionen auf fast zwei Milliarden Dollar katapultiert. Als Reaktion wird der Online-Handel 2013 seine Websites für Smartphones optimieren, neue Apps anbieten und Preisvergleiche per QR-Code einsetzen, prophezeien die Analysten.

Mobilgeräte geben also dem IT-Markt neue Impulse. Smartphones, Tablets und E-Book-Reader sollen allein ein Fünftel der gesamten IT-Ausgaben auf sich vereinen. Ohne deren Verkauf würde das gesamte Wachstum lediglich bei 2,9 Prozent liegen. "Mobilgeräte sind für Anwender künftig erste Wahl, um das Internet zu nutzen", sagt Gens. Dabei sinke die Zahl der Nutzer, die mit Notebooks oder PCs im Internet surfen, in den USA von derzeit 240 Millionen bis zum Jahr 2016 auf 225 Millionen. Gleichzeitig steige die Menge der mobilen Anwender auf 265 Millionen. "Im Jahr 2015 werden mehr Konsumenten in den USA das Internet über Mobilgeräte nutzen als mit einem PC", prognostiziert der Analyst.

Kampf der Betriebssysteme

Die Marktforscher von Gartner wagen sich noch ein Stück weiter vor. Sie sehen das Rennen bereits entschieden. "Mobiltelefone werden 2013 den PC als das am häufigsten verwendete Gerät für den Internet-Zugang ablösen", ist David Cearley, Senior Vice President bei Gartner, überzeugt. Gleichzeitig erwartet der Analyst einen verschärften Wettstreit um Marktanteile: "Nur 20 Prozent dieser Geräte werden Windows Phones sein." Für Microsoft setze ein dramatischer Abstieg ein, da der PC-Markt an Boden verliere und mittelfristig der Anteil von Endgeräten mit einem Windows-Betriebssystem nur noch bei 60 Prozent liegen werde. "Windows wird in der Nach-PC-Ära nur eine Plattform unter vielen sein", kommentiert Cearley.

Im gleichen Atemzug ist er sich aber sicher, dass Windows 8 einen substanziellen Zuwachs bei Mobilgeräten verzeichnen wird. Unternehmen setzen demnach in den nächsten zwei Jahren stärker auf Geräte mit der Microsoft-Plattform, Konsumenten dagegen weniger. Cearley empfiehlt Entwicklern, 2013 stärker den Applikationsmarkt für Windows 8 ins Auge zu fassen. Auch Apple werde kämpfen müssen. Speziell im Tablet-Segment werde die Dominanz schwinden, während die günstigeren Android-Devices Rückenwind bekämen.

Die Marktforscher von Gartner gehen davon aus, dass Android 2013 und darüber hinaus die Plattform Nummer eins bleibt. Apple verteidigt seinen zweiten Platz. Da Anbieter wie zum Beispiel Nokia auf Windows 8 setzen, werde sich das Betriebssystem auf den dritten Rang vorarbeiten und RIM bereits in diesem Jahr verdrängen.

Eine weitere Dynamik sehen die Marktforscher in der Entwicklung von Mini-Tablets. Apples iPad Mini oder Googles Nexus 7 sollen ihren Marktanteil drastisch ausbauen. Insgesamt wachse der Tablet-Markt 2013 um 42 Prozent. Hiervon sollen fast zwei Drittel Mini-Tablets sein. Gleichzeitig sind sich die Analysten sicher, dass Tablets in den Schulen ankommen werden. "Dieses Jahr laufen Pilotprojekte an, die Lernen im Internet zum Ziel haben", so IDC-Analyst Gens.