Outsourcing-Benchmark

Fast alle Preise für IT-Services sinken

Simon verantwortet auf Computerwoche online redaktionell leitend überwiegend alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz. Er entwickelt darüber hinaus innovative Darstellungsformate, beschäftigt sich besonders gerne mit Datenanalyse und -visualisierung und steht für Reportagen und Interviews vor der Kamera. Außerdem betreut der studierte Media Producer den täglichen Früh-Newsletter der Computerwoche. Aufgaben in der Traffic- und Keyword-Analyse, dem Content Management sowie die inoffizielle Funktion "redaktioneller Fußballexperte" runden sein Profil ab.
Die Analyse von vereinbarten Outsourcing-Abkommen belegt den Wettbewerbsdruck der Branche. In fast allen IT-Servicesegmenten können Anwender von fallenden Preisen profitieren.

Die Preise für nahezu alle IT-Dienstleistungen sinken. So lautet das Ergebnis der Auswertung aus mehreren hundert aktuellen Neuverträgen im IT-Outsourcing, die das Sourcing-Advisor- und Benchmarking-Unternehmen Alsbridge aktuell vorgenommen hat.

Ausnahme sind lediglich Service-Desk-Leistungen, die in einer Spanne zwischen drei und sieben Prozent im Preis zulegen. Grund dafür sind steigende Service-Anfragezahlen infolge des anhaltenden Bring-your-own-Device (ByoD)-Trends.

Schrumpfende Mainframe-Nachfrage

Die Softwarepreise bleiben mit einer leicht steigenden Tendenz weitgehend stabil. Alle anderen Preise sinken. Mainframe-Preise reduzieren sich dabei rapide um bis zu zwölf Prozent, weil entsprechende Dienstleistungen immer seltener Bestandteil von ITO-Verträgen sind.

Anwender sollten die Preise für IT-Services genau unter die Lupe nehmen - es tut sich einiges im Markt.
Anwender sollten die Preise für IT-Services genau unter die Lupe nehmen - es tut sich einiges im Markt.
Foto: Eisenhans -Fotolia.com

Quiz Hybrid Cloud

"Desktop Services stehen preislich ebenfalls unter Druck. Unternehmen fragen diese weniger nach. Hier geht der Trend eindeutig zu Service-Desk-Leistungen", erläutert Olaf Baunack, Geschäftsführer der Alsbridge GmbH. Das Unternehmen pflegt alle 90 Tage die relevanten Eckdaten aus mehreren hundert Sourcing-Verträgen in die Software-as-a-Service-Anwendung ProBenchmark ein und stellt diese Unternehmen zur Verfügung.

Lagen die Preise für Desktop Services im Jahr 2012 für 5000 Arbeitsplätze demnach bei durchschnittlich 40,90 Euro im Monat (3500 Desktops und 1500 Laptops, mittleres Service Level, Full-Service; Hardware und Microsoft Office Suite werden beigestellt), verringerte sich der Preis ein Jahr später auf 40 Euro und ist im Jahr 2014 auf durchschnittlich 39,25 Euro gefallen. Gründe für die sinkenden Service-Preise sind einfacher zu wartende Plattformen und ein anhaltender Preisdruck.

Der Preis-Trend für Desktop Services und Service-Desk-Level1-Support zeigt insgesamt leicht nach unten.
Der Preis-Trend für Desktop Services und Service-Desk-Level1-Support zeigt insgesamt leicht nach unten.
Foto: Alsbridge

Eine gegenteilige Entwicklung lässt sich bei den Leistungen im Service Desk beobachten: Durch die weiterhin anhaltenden BYOD-Initiativen steigt die Call-Anzahl und somit die Gesamtkosten für den Service Desk. Aufgrund der stetig steigenden Gehälter in diesem personalintensiven Bereich kommt es somit auch zu einem steigenden Preistrend. IT-Dienstleister versuchen dem Trend durch virtuelle Service-Desk-Mitarbeiter zu entgegnen. Alsbridge beziffert anhand seiner Auswertung von zahlreichen Outsourcing-Verträgen den Preisanstieg von durchschnittlich 13,90 Euro pro Monat im Jahr 2012 auf 14,10 Euro monatlich in 2014 im First-Level-Support - bei einer Service-Zeit von 5 Tagen à 9 Stunden mit normalen Service Leveln hinsichtlich Reaktionsszeiten etc..

Die Preise für Desktop Services in der stark aufgezoomten Detailansicht: Kosteten die Leistungen vor zwei Jahren noch knapp 41 pro Arbeitsplatz und Monat, sind es nun schon fast zwei Euro im Durchschnitt weniger.
Die Preise für Desktop Services in der stark aufgezoomten Detailansicht: Kosteten die Leistungen vor zwei Jahren noch knapp 41 pro Arbeitsplatz und Monat, sind es nun schon fast zwei Euro im Durchschnitt weniger.
Foto: Alsbridge

Günstigere Desktop-Services gleichen Preisanstieg aus

In der Kombination von Desktop Services und Service-Desk-Leistungen wird der negative Preistrend allerdings erneut bestätigt. Im Jahr 2012 betrug dieser pro Arbeitsplatz und Monat 54,80 Euro, fiel konstant (2013: 54,10 Euro) und liegt aktuell im Jahr 2014 bei 53,30 Euro.

"Desktop Services sind in den letzten Jahren zwischen drei und vier Prozent günstiger geworden und gleichen somit den moderaten Preisanstieg für das Service Desk aus", kommentiert Baunack.