TFT-EPD von ITRI

Faltbares Display für Handys vorgestellt

Manfred Bremmer
Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
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Ein taiwanisches Forschungsinstitut hat ein biegsames Display entwickelt, mit dessen Hilfe sich die Bildschirmgröße eines Smartphones auf fünf Zoll verdoppelt.

Die Technik bietet Handy-Herstellern neue Möglichkeiten, sich gegenüber dem Trend zu Netbooks und anderen tragbaren Gadgets zu behaupten. So ist die geringe Display-Größe immer noch das Hauptärgernis beim mobilen Surfen im Internet, auch das (vorerst) gescheiterte Experiment Handy-TV über DVB-H spricht Bände.

Wie der vom Industrial Technology Research Institute (ITRI) entwickelte TFT-EPD (Thin Film Transistor Electrophoretic Display) funktioniert, haben die Forscher anhand eines Smartphone-Prototypen demonstriert. Das Modell öffnet sich wie ein "Nokia Communicator" (oder Buch) seitlich und gibt auf der unteren Hälfte eine Volltastatur frei, während die oberen Hälfte ein Display enthält. Allerdings sehen die Nutzer in dieser Phase nur den oberen Teil des Bildschirmes. Der Rest verbirgt sich noch unter der Tastatur und kann - falls gewünscht - herausgezogen werden. Möglich wird diese Funktion erst über einen etwa ein Zentimeter breiten Bereich in der Mitte, der biegsam ist.

Aktuell ist das Fünf-Zoll-TFT die einzige verfügbare Display-Größe. Wie Nick Vasiljevic, Managing Director von ITRI-Designpartner Pilotfish gegenüber dem "IDG News Service" erklärte, wird daneben auch an anderen Bildschirmformaten gearbeitet. Für Designer biete aber selbst der flexible Fünf-Zoll-Bildschirm zusätzliche Möglichkeiten, fügte er hinzu: So könne der klappbare und flexible Bereich des Screens in verschiedenen Stellen angebracht werden. Auf diese Weise würde sich der Bildschirm etwa anstatt nach zweieinhalb Zoll erst nach drei Zoll abknicken lassen.

Auf den Bildern des Smartphones erscheint es, als ob das Display in der Mitte unterbrochen sei - fast wie zwei unabhängige Bildschirme. Dem ist aber nicht so. Vielmehr befindet sich hier eine Taskleiste, ähnlich wie man sie vom PC kennt. Die Leiste kann auf dem Smartphone-Display verschoben werden, etwa um den gesamten Screen für Bilder, Videos oder Ähnliches zu nutzen.

Mit Hilfe des von Pilotfish gebauten Modells will ITRI weltweit Hersteller für die neue Technik gewinnen, die bereits nächstes Jahr in Serie gehen könnte. Um die Funktionalität zu verbessern, arbeitet ITRI außerdem daran, Touchscreen-Technologie in die flexiblen Bildschirme zu integrieren. Das Ergebnis wird voraussichtlich gegen Ende nächsten Jahres zu sehen sein.

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