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Falsches Konzept: US-Billigmobilfunker am Abgrund

20.09.2007
Von pte pte
Während in Europa der Markt für Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz (MVNOs) blüht - in den vergangenen vier Jahren wurden hier etwa 150 der virtuellen Netzbetreiber gegründet - kämpfen ihre Gegenparts in den USA ums nackte Überleben. Bekannte Marken wie der von Walt Disney unterstützte Anbieter Mobile ESPN mussten bereits die Segel streichen. Die meisten anderen Anbieter schreiben nach Analystenmeinung tiefrote Zahlen, berichtet die "BusinessWeek". Grund für die schwache Performance: Zu viele der US-Startups würden den Service-Gedanken der großen Anbieter kopieren, anstatt sich möglichst schlank aufzustellen, moniert das Blatt.

In den USA gehen die MVNOs wie die großen Rivalen mit subventionierten Handys, eigenen Shops oder überdimensionierten Werbekampagnen auf Kundenfang. "Man braucht keine Läden oder Berater. Wenn du in punkto Kundenservice wettbewerbsfähig sein willst, lass die Leute Sachen selber erledigen", erklärt dagegen der dänische MVNO-Pionier Frank Rasmussen sein Erfolgsrezept. Der von ihm gegründete Anbieter Telmore hatte mit nur 40 Angestellten mehr als eine halbe Mio. Kunden in Dänemark gewinnen können, bevor er für rund 73 Mio. Dollar an den Ex-Monopolisten TDC verkauft wurde. TDC betreibt den erfolgreichen einstigen Rivalen nun als Billigmarke weiter.

Der von den günstigen Anbietern angeheizte Preiskampf hat den europäischen Kunden Preisnachlässe von 15 bis 20 Prozent gebracht. In Deutschland konnten sich vor allem große Handelsmarken wie Aldi (Aldi Talk) oder Tchibo (Tchibo Mobil) mit ihren Mobilfunkangeboten etablieren. Allerdings kommen - glaubt man den Experten von Fitch Ratings - auch auf die europäischen MVNOs harte Zeiten zu. Angesichts gesättigter Märkte drängen die Mobilfunkriesen über Zweitmarken zunehmend ins Billigsegment und graben damit den virtuellen Anbietern die Geschäftsbasis ab (pressetext berichtete: http://www.pte.de/pte.mc?pte=070717026 ).

In den USA befindet sich dem Kopenhagener Mobilfunkexperten John Strand http://www.strandconsult.dk zufolge mit Sonopia http://www.sonopia.com nur ein einziger US-amerikanischer MVNO auf dem Erfolgsweg - gegründet von einem Europäer. Während Virgin Mobile mit mehr als vier Mio. Kunden in den USA noch immer Verluste einfährt, sollte Sonopia aufgrund seiner besseren Kostenstruktur bereits bei 100.000 Kunden schwarze Zahlen schreiben. Sonopia verzichtet auf subventionierte Handys und hat Netzwerkbetrieb und Softwareentwicklung ins ukrainische Kiew ausgelagert. Sollte Sonopia in den USA ein Erfolg werden, will Gründer Juha Christensen übrigens den europäischen Markt erobern. (pte)